Die Schlacht am Steinfeld 1532  /  Kasim Bey - Ein Mihaloglu !?

 

 

Vorübergehender Entwurf - Wird noch weiter bearbeitet !!!

 

Kasim Bey, als Anführer der Martolosen und Nassadisten im Jahre 1529 und der Akinci im Jahre 1532, wird in der abendländischen Literatur des Öfteren mit den Attributen legendär oder gefürchtet beschrieben, was auf einen bestimmten Bekanntschaftsgrad schließen lässt. Jedoch wird Kasim Bey vor dem Jahr 1529 in den zur Verfügung stehenden Quellen nicht erwähnt. Der Historiker Uzuncarsili, berichtet in seinen Schriften über die Vorgänge des Jahres 1532 über Kasim Bey bzw. Kasim Voivoda als Mitglied der Familie der Mihaloglu --> Mihaloglu Kasim Bey, jedoch erwähnt keine Quelle in den  Berichten  des Jahres 1529 den Namen Mihaloglu in Verbindung mit Kasim Bey.

Berichte über Kasim Bey:

Das Jahr 1529:

Nach Österreichischen Berichten wird Kasim Bey zuerst während der Belagerung Wiens durch die Osmanen im Jahre 1529, als Kommandant der Martolosen (den Akinci ähnliche Truppen) und Nassadisten erwähnt. Bei den letzteren handelte es sich um die Krieger der Donauflotte. in den zur Verfügung stehenden türkischen Quellen wird darüber nicht berichtet.

Am 27.9 schließt Kasim Voivoda (oder auch Kasim Bey) mit seinen Martolosen (den Akinci ähnliche Truppen) und Nassadisten die Donaufront. Die Brücken über den Fluss und der Tabor werden in Brand gesteckt und ein Ausfall von etwa 3.000 Wienern wird zurückgeschlagen. Die Osmanische Donauflotte bezieht bei Nussdorf ihr Standlager. Es kommt in weiterem Verlauf der Belagerung Wiens auch zu Kämpfen an der Donaufront.  3

Der Abzug des gewaltigen osmanischen Heeres am 15.10 musste gut vorbereitet werden. Die Donauflotille die stromaufwärts bei Nussdorf vor Anker gelegen war, war seit den frühen Morgenstunden damit beschäftigt Kasim Beys Akinci auf das nördliche Donauufer überzusetzen und fuhr später am Tag an der Stadt Wien vorbei donauabwärts. Mit einem großen Raubzug nördlich der Donau sollte der geradezu legendäre Kasim Bey mit seinen Akinci die habsburgische leichte Reiterei über die Donau nachziehen, um sie von der Verfolgung des abziehenden Hauptheeres abzuhalten. 13

Durch diese Operationen war es Kasim Bey möglich Informationen über die geographische Beschaffenheit der Umgebung Wiens zu sammeln. Mit großer Wahrscheinlichkeit waren ihm dieses Wissen bei dem Streifzug von 1532 von großer Bedeutung.

 

Der Feldzug des Jahr 1532 und die Schlacht am Steinfeld:

Im Jahre 1532 fand der große Feldzug des Sultans gegen Österreich statt, er wollte König Ferdinand III. in seine Schranken weisen, doch wollte sich dieser nicht stellen und versteckte sich. Vor Wien lagen starke Reichstruppen Verbände und so entschloss sich Sultan Süleyman Güns zu belagern. Beim Rückzug nach der Eroberung wurde der Weg über die Steiermark eingeschlagen und 12.000 Akinci wurden losgeschickt um das Feindesland zu verheeren. Sie raubten und brannten durch das Land, bis die deutschen und spanischen Reichstruppen sich den Akinci stellten und sie bei Starenberg (vermutlich ist damit das Steinfeld gemeint) vernichtend schlugen. Der Anführer der Akinci  Mihaloglu Kasim Bey  fiel mit seinen Männern als Märtyrer. 17

Der genauere Verlauf des Streifzuges des Kasim Bey nach vornehmlich österreichischen Quellen:

Das Osmanische Heer, dass im Jahr 1532 am Weg durch Ungarn war, schritt über Budin (Budapest) in den Nordosten fort. Alle Burgen und Befestigungen auf dieser Strecke ergaben sich kampflos. Die Anführer der Akinci Streitkräfte waren Mihaloglu Mehmet Bey mit 50.000 Kriegern und der Enkel des Sultan Bayesid II., der Bey von Bosnien, Gazi Hüsrev Bey, mit 10.000 Streiter der Abteilung der Deli (ähnlich den Akinci). Sie stießen zum Hauptheer dazu. 24  S. 334

Mit der Belagerung der Stadt Güns ging viel Zeit verloren unter anderem auch deshalb weil Sultan Süleyman und seine Heerführer damit gerechnet hatten, dass das christliche Reichsheer, welches vor Wien lag, den Belagerten zur Hilfe eilen würde und sich in der Ebene zwischen der Stadt und dem Neusiedler See zum Kampf stellen stellen würde. Man wollte eine Entscheidungsschlacht mit den habsburgischen Kaiser Karl V. und seinem Bruder König Ferdinand I. anzettelt und so schickte er die Akinci los um das Feindesland zu verheeren. Ihre Kommendanten waren Mihaloglu Mehmet Bey und Kasim Bey, Yahya Pasaoglu Mehmet Bey und Gazi Hüsrev Bey. 5 24  S. 334

Schon in der ersten Belagerungswoche erteilte Sultan Süleyman Kasim Bey den Auftrag mit 30.000 (ca. 12.000 ist eher richtig) in Österreich einzufallen, auch da die plündernden Akinci zu einem zunehmenden Problem für die Versorgung des Belagerungsheeres wurden. Auch sollte man Informationen über die Truppenstärke des Gegners sammeln. 13

Eine Entsendung der Akinci Kasim Beys scheint aus beiden oben angeführten Gründen plausibel.

Zwischen 11.000 und 16.000 Akinci unter der Führung des Kasim Bey lösten sich vom Gros der Akinci in der Steiermark ab und zogen vermutlich über den Hartberg und weiter über das Pittental in die Gegend von Wiener Neustadt und drangen von dort aus in das Alpenvorland ein. 5

Angeblich drangen die Akinci mit rasender Geschwindigkeit vor, so erschienen die Renner und Brenner bereits am 18.8.1532, also nur 9 Tage nach Beginn der Belagerung von Güns, in Ort und Kloster Heiligenkreuz, welche erbarmungslos geplündert und niedergebrannt wurden. 13

Die türkischen Reiter hatten recht gute Kenntnis der Gegend, die schon im Zuge der ersten Belagerung Wiens ausgekundschaftet wurde auch bediente man sich Gefangenen Österreichern, welche unter Todesandrohung bereitwillig Auskunft gaben.

Kasim Beys Reiter fielen auch über das Franziskanerkloster St. Ragegund zu Katzeldorf bei Wiener Neustadt her. Die einzigen Menschen die sich trotz der herannahenden Gefahr noch im Kloster aufhielten waren der Prediger Pater Antonius und zwei seiner Ordensbrüder. Die Osmanen drangen in des Kloster ein strecken Pater Antonius mit Säbelhieben nieder und brachten auch noch die anderen beiden Franziskaner um. Das Kloster wurde vollkommen geplündert und schlussendlich in Brand gesetzt. 5

Die gute befestigte Stadt Wiener Neustadt selbst wurde von den leichten Reitern gemieden doch verheerte man die Vorstädte der Ortschaft, jedoch hatten sich die Bewohner schon hinter die sichere Befestigung zurückgezogen. Die Akinci Kasim Beys machten sich über das südliche Niederösterreich her und verheerten das Piestingtal und richteten sogar in Baden bei Wien 24 und Heiligenkreuz großen Schaden an. 5

Hier teilte sich Kasim Beys Heerschar in zwei große von einander eigenständig operierende Einheiten auf. Die südlich Gruppe zog in Richtung der steirischen Grenze während die nördliche Gruppe sich über das Traisental, Ennstal und das Ybbstal hermachte. Die größte Schar unter Kasim Bey fiel im Ybbstal ein. Eine Gruppe von etwas 4.000 Akinci lagerte am 6.9.1532 vor Ulmfeld, da der Ort aber zu stark befestigt war mieden die Türken den Angriff und schritten weiter nach Ybbsitz wo sie in der Nacht vom 7.9 auf den 8.9 1532 entsetzlich wüteten. Die Einwohner die noch nicht geflohen waren wurden von den Kasim Beys Männern gerichtet und ein Teil in Gefangenschaft weggeführt. Am Morgen des 8.9 war der Ort gänzlich verwüstet und die Türken schritten weiter nach Waidhofen an der Ybbs 5

Am Zusammenfluss von Kleiner Ybbs und Ybbs wo sich eine Brücke befindet, stellten sich Hammerschmiede und Bauern den Türken gegenüber und ließen sie nicht passieren. So überschritten Kasim Beys Streifscharen die Ybbs an einer nahe gelegenen Furt. Auf einer Wiese bei Kreilhof, sie wurde später "schwarze Wiese" genannt, errichtete Kasim Bey sein Lager und es wurden Kundschafter bis auf das Vorfeld von Waidhofen an der Ybbs, das von etwas 500 Mann verteidigt wurde, entsandt.  5

Angeblich führten, die für eine Belagerung nicht ausgebildeten Akinci, einen überraschenden Sturmangriff auf die Stadt, doch erlitten sie schwere Verluste und mussten sich zurückziehen. Als die Mauern der Stadt verlassen schienen versuchten die Türken einen erneuten Überraschungsangriff, wurden aber erneut zurückgeschlagen. Kasim Beys welcher auch vor der Waidhofen zugegen war, lies große Reiterschwärme in der Umgebung der Stadt streifen um die Anschein zu erwecken, die Türken seinen nicht mehr an ihr interessiert, doch Waidhofen blieb abwehrbereit.  13

Es war den Verteidigern möglich die Kundschafter mit Geschützfeuer zu vertreiben und sogleich starteten die Österreicher einen Ausfall mit 50 Mann. Die Aknici überschätzten die Gefahr, die von den zahlenmäßig weit unterlegenen Waidhofenern ausging, und räumten überstürzt ihr Lager. 224 christliche Gefangene wurden auf der "Schwarzen Wiese" hingerichtet da sie auf der eiligen Flucht ein Hindernis gewesen wären. Es wird sogar berichtet, dass sogar einige Gefangenen an Pferde gebunden den ganzen Weg über den Grasberg mit geschliffen wurden. Die Krieger Kasim Beys ritten über den Sattelgraben auf den Grasberg vorbei am Bauernhof Hartbichl und weiter in Richtung Weyer. Etwas 100 Waidhofener unter der Führung des Stadtrichters Erhard Wild verfolgten die Türken. Es bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Einige der Türken wurden am Bauernhof Hartbichl, der zuvor in Brand gesetzt wurde, gestellt. 5

Am nächsten Tag, dem 9.9.1532 wurde die Verfolgung fortgesetzt. Man fang den Ort Gaflenz und den Markt Weyer niedergebrannt und bereits von den Akinci verlassen vor. Diese waren am 9.9 und 10.9 bereits über den Saurüssel nach Hollenstein, welches sie ebenfalls verheerten, weiter geritten. In weitere Folge streiften die Krieger Kasim Beys weiter über Göstling und Lunz am See bis nach Gaming und in weiterer Folge nach Mariazell, wo sich mehrere Reitertrupps vereinigten. 5

Eine andere Quelle berichtet über einen Ausfall von 400 mit Gewehren ausgerüsteten Waidhofenern am 10.9, welche die Akinci Kasim Beys vertreiben konnten, doch kehrten die Türken am Abend wieder zurück. Diese Scharade wiederholte sich mehrmals. Nun schalteten sich auch noch die Bauern der Umgebung in das Kampfgeschehen ein und demoralisierten die Türken mit ihren wiederholten Angriffen aus dem Hinterhalt. Immer mehr Akinci sicherten ihre Beute und verließen den Ort der Belagerung, so musste auch Kasim Bey mit den restlichen Akinci aufgeben und den Rückzug von Waidhofen an der Ybbs befehlen. Als Sammelpunkt wurde das Gebiet zwischen Pottenstein und Berndorf im Triestingtal bestimmt, dieser Raum war auch geeignet und erbetete Viehherden mit Nahrung zu versorgen. So sammelten sich dort in der Tat ca. 12.000 Akinci mit ihren Gefangenen und anderer Beute beladen.  13

Bei den Ausfällen und Gefechten vor Waidhofen an der Ybbs sollen angeblich 200 Türken gefallen sein, weiters sollen 400 Gefangene befreit worden sein (fraglich!) und 300 Pferde erbeutet worden sein. 1

Es wird von der selben Quelle berichtet, das an die 8.000 Akinci (vermutlich zu hoch angeben) während der Ereignisse in Waidhofen über das Ennstal in die Steiermark angefallen waren und dort von Bauern vernichtet wurden. Angeblich wusste dies Kasim Bey nicht einmal, zumal keiner seiner Krieger überlebt haben soll. 13

Die Wahrheit dieses Berichtes darf angezweifelt werden, zumal nur mehr ca. 4.000 Akinci unter Kasim Beys Befehl verblieben wären, was eindeutig zu wenig wäre.

In den ersten Tagen des September hatte der Sultan Süleyman sich von Güns zurückgezogen und so machte sich das gewaltige osmanische Heer auf den Rückzug. es zog ganz in der Nähe von Wiener Neustadt vorbei und marschierte über das Pittental in die Steiermark. Da das Wetter schon schlecht war und man nicht zu viel Zeit mit Plünderungen verlieren wollte, schritt das Heer rasch voran. Um das osmanische Heer im Auge zu behalten schicke Pfalzgraf Friedrich von Wien aus seinen Feldhauptmann Hans Katzianer mit 2.200 Reitern und einigen anderen Reitern unter Paul Bakic los. Katzianer erreichte noch am Tag des Abmarsches aus Wien am 8.9.1532 Wiener Neustadt. Da entschloss man sich gegen die Osmanen, die bereits vor Graz lagen, vorzugehen. Am 9.9 erreichte man Schottwien, einen Tag später Kindberg, dann Bruck an der Mur und am nächsten Tag Graz (s.u).

Während der Zeit als Katzianer die Verfolgung des Hauptheeres beschäftigt war, raubten und plünderten Kasim Beys Akinci weiterhin im Ybbs- und Ennstal.

Am 9.9. streiften die Türken in der Nähe der Stadt Steyr und die die Bewohner der Stadt versuchten zusammen mit etwa 40 Kärntner Reitern einen Ausfall gegen die Akinci. Die Steyrer hatten jedoch die Truppen Kasim Beys unterschätzt wurden von einer Übermacht angegriffen und konnten sich nur mit Mühe in das Kloster Seitenstetten retten, man den Sturm der Türken abwartete.

Das Schloss von Losensteinleiten bei Steyr , welches stark befestigt und von einem Burggraben umgeben war, war ein Zufluchtsort für die Frauen und Kinder der Umgebung. Angeblich gab es nur einen Mann unter den Verteidigern, dieser soll jedoch Jäger und ein geübter Schütze gewesen sein. Als die Türken vor dem Schloss auftauchten und es plündern wollten, da schoss der Mann mit den vorgeladenen Gewehren auf die Angreifer. Die Akinci glaubten, das Schloss sein stark vereidigt als auch noch der Anführer der Horde erschossen wurde flohen sie. 1

Eine Unterabteilung der Akinci, die sich Anfang September im Raum Amstetten und der Strengberge zeigte, gelang es am 9.9 einen befestigten Posten an der Ennsbrücke einzunehmen. Eine zweite Unterabteilung die über Aschbach, Seitenstetten und Haag kam, konnte die Enns wegen des niedrigen Wasserstandes bei Ernsthofen durchschreiten und sich so mit der ersten verbinden und gemeinsam Stadlkirchen, Dietach, Wolfern und Gleink verheeren.

Die Anwesenheit der Reiter Hans Ungnads in Gegend (s.u) machte die Akinci unruhig, sie wichen jeglichen Konflikt auch. Als die Akinci gerade mit der Plünderung der Kirche von Dietach (Dietachdorf), welches etwas 5 Kilometer nördlich von Steyr liegt, beschäftigt waren, ließen sie plötzlich davon ab und flüchteten ohne ihre Beute mitzunehmen. 1

Die Streifscharen Kasim Beys, die sich bereits sehr tief im Land ob der Enns befanden, stellten zu diesem Teilpunkt eine ernstzunehmende Bedrohung für die König Ferdinand I. und seine Familie dar, die sich in gerade in Linz aufhielten. Hans Ungnad war mit 1000 schweren Reitern unterwegs nach Linz um die Königsfamilien vor einem eventuellen Überfall durch die Kasim Beys zu schützen. Doch erwies sich diese Maßnahme als überflüssig, da Kasim Bey inzwischen Nachricht erhalten hatte, dass der Sultan mit dem Hautheer von Güns aufgebrochen und über Wiener Neustadt den Rückzug angetreten hatte. So erschien es auch für Kasim Bey und seinen Akinci ebenfalls ratsam sich nicht mehr länger als irgend notwendig im Feindesland aufzuhalten und sich so schnell als möglich mit dem islamischen Heer zu vereinigen.

Es galt nun entweder in die Steiermark durchzubrechen oder nach Ungarn zu entkommen. Dies war jedoch  für die einigermaßen Ortskundigen Akinci bestimmt kein leichtes Unterfangen, auch wenn Kasim Bey und sein Stellvertreter Ferif Pasa (auch Firuz Pasa) die Gebiete unterhalb des Wienerwaldes bereits aus den Feldzügen des Jahres 1529 kannten.

Es wird berichtet, dass Kasim Bey die Akinci Krieger für den Rückzug in zwei separat operierende Gruppen teilte.

Hans Katzianer befand sich seit 13.9 bereits in Graz. Zur selber Zeit lagerten das osmanische Heer in der Nähe von Wildon am Leibnitzer Feld. Die Einheiten Katzianers waren erschöpft und legten eine dreitägige Ruhepause ein. Paul Bakic mit seinen Ungarn verfolgte die Osmanen weiter und konnte Teile der Nachhut bei Leibnitz stellen und erbeutete viele Pferde, Schmuck und "vill köpf" auch kamen viele Türken beim Übertritt über die Drau bei Marburg ums Leben.

Inzwischen ergab sich für Katzianer eine neue Situation indem sich noch immer Kasim Beys Akinci in den  österreichischen Landen befanden. Man rechnete damit dass die Türken einen Weg in die Steiermark und weiter nach Kärnten suchen würde. Da aber bereits alle Strassen und Weg von Reichstruppen abgeriegelt waren und nur der Ausgang aus dem Gebirge bei Wiener Neustadt frei war, verlies er alsbald Graz und macht sich auf den Weg dorthin.

Auch wenn sich die Reiter Kasim Beys bereits am Rückzug befanden, ließen sie nicht davon ab die ortsansässige Bevölkerung zu terrorisieren. So wurde in der zweiten Woche des September 1532 das im Triestingtal gelegene Benediktinerkloster Klein-Mariazell in Brand gesteckt und zerstört. Doch die österreichischen Kundschafter waren den Türken auf den Fersen und berichteten Pfalzgraf Friedrich, dem obersten Feldhauptmann der kaiserlichen Truppen, am 10. und 12.9 das sich die Akinci mit einer Truppenstärke von etwa 10.000 noch im Wald verstecken und vermutlich bei Baden aus dem Gebirge herausbrechen werden.

Nach diesen Berichten verlegte Pfalzgraf Friedrich 10 Fähnlein Knechte und am 13.9 noch zusätzlich eine große Anzahl Reiter von Wien aus gegen Baden. Eine Tag später am 14.9 setzte sich der Pfalzgraf Friedrich mit 22 Fähnlein unter seinem Kommandanten Sebastian Schertlin von Burtenbach nach Baden in Bewegung.

Kurz darauf brachten die Kundschafter die Nachricht, dass die Krieger Kasim Beys 2,5 Meilen von Wiener Neustadt entfernt mit viel Beute und zahlreichen christlichen Sklaven im Tross im Gebirge Rast hielten, wurden die aus Wien kommenden habsburgischen Truppen in zwei Gruppen geteilt.

Der eine Teil ging gegen die Akinci Einheit des Ferif Pasa (Firuz Pasa) vor, die auf dem Weg nach Ungarn in den Südosten und das Schwarzatal eingedrungen war. Die Akinci unter Ferif Pasa wurden am 16.9 von den christlichen Truppen unter Niklas von Thurn im Raum Ternitz an der Schwarza gestellt, doch erlitten die Habsburger eine schwere Niederlage, auch wurden 400 spanische Schützen getötet. Thurn ergänzte seine Truppen bei Wöllerdorf und wollte Ferif Pasa weiter jagen doch war dieser bereits durch das Sierningtal nach Puchberg am Schneeberg gezogen.

Viele der Bewohner waren bereits vor den herannahenden Türken ins Gebirge, doch wurden 80 Puchberger in der Alleluja Höhle, welche zwischen Puchberg und Grünbach liegt, durch ein Feuer verraten und von den Kriegern des Sultan niedergemetzelt. Die sterblichen Überreste dieser Menschen wurden erst Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt.

Als Niklas von Thurn mit seinen verstärkten Truppen am 17.9.1532 nach Puchberg kam, waren Ferif Pasas Akinci bereits verschwunden, es wurde den Heerführern Berichtet, dass die Akinci über den nahen Schneeberg geflohen sind, doch über lebet angeblich keiner der Türken. In Wahrheit jedoch konnten die Truppen Ferif Pasas (Firuz Pasa) über den südwestlichen Weg das Gebirge nehmen und so aus dem Feindesland entkommen.

Die Hauptmacht der Streifscharen Kasim Beys etwas 10.000 Mann drangen in der Nacht vom 17. zum 18.9 auf dem Rückzug über Hainfeld, Kaumberg und Altenmarkt bis in die Gegend von Pottenstein vor. Hier legte Kasim Bey eine Rast ein, vermutlich wurde beraten durch welches der Täler man den Ausfall in die Ebene des Steinfeld wagen sollte.

Unterdessen verlegte Pfalzgraf Friedrich seine Heereslager von Laxenburg nach Leobersdorf. Dies geschah nachdem der Informationen erhielt, dass Kasim Bey mit den Akinci über das Triestingtal in die Ebene ausbrechen werde. Verschieden Kontingente der Reichstruppen, welche zwischen Baden und Laxenburg lagen, wurden unter den Befehl des Pfalzgrafen gestellt.

Einer der Kommandanten, Markgraf Joachim von Brandenburg, lies dem Pfalzgrafen am 18.9 übermitteln dass die Truppen Kasim Beys Vorbereitungen trafen ihr Lager am Markt von Pottenstein abzubrechen. Man überlies den Türken nur eine Möglichkeit für den Fluchtweg, indem man 2 der möglichen 3 in die Ebene führenden Täler, nämlich jenes über Hainfeld nach Mariazell und jenes über Piesting, durch die Schwarza nach Gutenstein, versperrte. Nach diesen Vorkehrungen wurde die Falle vervollständigt, indem man den Talausgang zwischen Pottenstein und Altenmarkt mit Truppen besetzte. Hier erwartete Pfalzgraf Friedrich bei Leoberdorf mit seinen Truppen den Ausfall Kasim Beys aus dem Triestingtal. ---> Siehe Karte (s.u)

Seitens Kasim Bey wurden seine Krieger in drei Gruppen geteilt um den geeignetsten Ort für den Ausfall auszukundschaften. Kasim Bey selbst befehligte die Hauptmacht wo sich die reichste Beute und nach einigen Angaben auch mehrere Tausend christliche Gefangene aufhielten.

Nachdem Pfalzgraf Friedrich am 18.9 die Nachricht über den Verbleib der Türken bei Pottenstein bekommen hatte, lies er am Abend gegen 21:00 Sebastian Schertlin von Burtenbach, welcher Kommandant des aus Augsburg gesandten Kontingents und darüber hinaus einen sehr erfahrener Soldat war, zu sich kommen. Nach einer Beratung der der gegenwärtigen Lage, brach Schertin von Burtenbach mit einem 10 Fähnlein starken Kontingent in Richtung Pottenstein auf um Kasim Beys Akinci mit 800 Hakenschützen in den Rücken zu fallen und in Richtung Leobersdorf zu treiben, wo die Falle zuschnappen sollte, indem der Pfalzgraf dort die Türken mit dem restlichen Heere erwarten würde.

In der Nacht zum 19.9.1532 zog Schertlin von Burtenbach mit seinen Soldaten über Hirtenberg nach St. Veit, bog von dieser Strasse nach Norden zum Kreitberg bei Großau ab und marschierte weiter über die Hohe Schlatten auf den hinter Pottenstein gelegenen dich bewaldeten Hausberg. siehe Karte (s.u) Zusammen mit zwei Ortskundiger schlich sich Schertlin zu einem Platz von dem aus er das Lager der Türken, welches sich talaufwärts von Pottenstein erstreckte, gute einsehen konnte. Nach den zahlreichen Lagerfeuern zu schließen schätze Schertlin die Stärke der Türken auf ca. 30.000. Er begab sich sofort in sein Lager zurück.

Kurze Zeit später wurde ein 3 Mann starker Wachposten Kasim Beys aufgegriffen und so erfuhr man von einem Gefangen die wahre Truppenstärke von 11.000 und dass die Akinci den Ausgang aus dem Gebirge nicht kannten und ebenfalls dass man sich vom bereits af dem Rückzug befindlichen Sultan übel verraten fühlte. Die zwei anderen Wachposten konnten jedoch fliehen und alarmierten mit lautem Geschrei die im Lager befindlichen türkischen Krieger.

Unmittelbar danach brach ein Trupp von Akinci auf dem Lager auf und floh eilends ins Piestingtal, dies beweisen Funde von Pfeilspitzen sowie Reit- und Zaumzeug auf der Höhe von Feichtenbach. Auf der Flucht brannten die Türken noch Hernstein und Piesting nieder und gelangten vielleicht sogar bis Gutenstein. Es wird behauptet, dass möglicherweise das Türkenloch bei Miesenbach an diesen Zug der Türken erinnere.

Sofort bezogen Schertlins zahlenmäßig stark unterlegenen Truppen auf einem Hügel Stellung, als eine Art Suchtrupp der Akinci ebenfalls den Hügel hoch stürmte und unmittelbar vor der Christen stehen blieb. Die Dunkelheit der Nacht täuschte die Türken über die geringe Stärke der Truppen Schertlins hinweg und so kam es dazu, dass sich die Feinde gegen 2:00 mitten in der Nacht lange Zeit gegenüber standen. Später im Morgengrauen fiel dann noch Nebel über die Land und machte Kampfeshandlungen unmöglich. Pfalzgraf Friedrich wurde berichtet, man habe den Bären gefunden und werde ihn wie besprochen zum Talausgang hetzen!

Am Morgen des 19.9.1532 wurden 150 Schützen  von Schertlin mit dem Befehl losgeschickt, die Türken anzugreifen. Sie griffen mit furchtbaren Getöse an und ließen so die Türken glauben ein gewaltiges Heer greife sie an. Die Aknici wurden aus ihren Stellungen am Hügel vertrieben und man jagte sie bis in den Markt von Pottenstein hinunter und weiter über die Triesting. Da sammelten sich die Akinci und griffen die Schützen ihrerseits an, denen kamen weiter 400 Schützen unter der persönlichen Führung Schertlins zur Hilfe und schlugen die Türken erneut in die Flucht. Es entstand ein heilloses Chaos im Lager der Kasim Beys, nicht nur die Türken sondern auch die gefangenen Christensklaven und auch zusätzlich noch das erbeutete Vieh trugen zur allgemeinen Panik bei und wurden auch in Richtung Talausgang gedrängt.

Bei Berndorf versuchte Kasim Bey persönlich mit seinem Gefolge die fliehende Horde zu bremsen, doch gelang ihm das nicht. Zu allem Überfluss brach auch noch Nebel über das Tal herein und machte so einen geordnete Flucht vollkommen zunichte.

Kasim Bey wurde mit seinen Kriegern durch das Triestingtal getrieben und Schertlin gab an bis zum Ausgang des Tales an die 4000 osmanische Reiter getötet zu haben. Für die aus dem Triestingtal in die Ebene des Steinfeldes hinausströmenden Streifscharen musste der Anblick der Kampf aufgestellten und gut organisierten 20.000 Mann des Pfalzgrafen eine schreckliche Überraschung bedeutet haben.

Rechts der Triesting standen die Reiterei und an die 12.000 Mann Infanterie und am linken Ufer der Treisting. an der Tallehne zwischen Wagram und Hirtenberg standen angeblich 70 Geschütze. Unterdessen war für die Türken eine Flucht in das Gebirge zurück unmöglich da Schertlins Reiter ihnen weiter im Rücken saßen.

Als die Bombarde der Geschütze einsetzte versuchte ein Grossteil der Türken mit Kasim Bey über die Triesting in die Wälder bei Enzesfeld zu fliehen was auch meist gelang. Die leichten Reiter schritten an Enzesfeld und Wittmannsdorf vorbei, wurden jedoch zwischen Leobersdorf und Dornau von der Reiterei des Pfalzgrafen gestellt und nach erbitterten Kampf in den nahen Föhrenwald abgedrängt.  

Ein anderer Teil der im Geschützfeuer ratlos dahinstürmenden Akinci durchbrach die am linken Triestingufer liegenden Reihen der Reichstruppen und konnten in einem erbitterten Kampf mit dem  Schwerte den Christen schwere Verluste beibringen. (So kann man sich das Zusammentreffen Kasim Beys Akinci mit der Habsburger Reitern vorstellen) Die meisten der bereits sehr erschöpften Türken konnten jedoch nicht mehr lange standhalten und fielen. Einigen anderen gelang die Flucht in die Wälder und einige andere wurden in den Sumpf bei Schönau gedrängt wo sie ums Lebens kamen.

Es wird angenommen das der Anführer der Türken Kasim Bey am Morgen des 19.9.1532 bei Enzesfeld in der Schlacht gefallen ist. Sein Rossschweif und sein mit großen Edelsteinbesetzten Geierflügels gezierter Turban wurden als Trophäe vom Pfalzgraf Friedrich an Kaiser Karl V. übergeben. Auch Kasim Beys erbeuteter Panzerstecher wurde nach Wien gebracht, und ist nunmehr in der Rüstkammer des Kunsthistorischen Museum (KHM) der Stadt Wien unter der Inventarnummer C162 zu bewundern. Anderen Angaben zufolge wurden auch andere Waffen und der Helm Kasim Beys als große Trophäe zu Karl V. gesandt. 24  S. 334

Eine andere Quelle 13  stellte zurecht in Frage wo Kasim Bey gefallen sein soll. Es ist möglich, dass er bereits beim Kleingewehrfeuer vor Leobersdorf oder im vernichtenden Artillerieschlag von der linken Flanke her gefallen sei. Auch nicht von der Hand zu weisen ist die Möglichkeit, dass Kasim Bey mit seinem Gefolge und etlichen nachfolgenden Akinci im Raum Pottenstein als eine Art Nachtut das Nachstoßen des Feindes verhindern wollte. Das wäre sie einzige Möglichkeit gewesen die unkontrollierte Flucht seiner Krieger zu stoppen. In diesem Falle wäre Kasim Bey in der zweiten  zahlenmäßig sehr starken Welle Akinci zum Talausgang gekommen und hätte den Durchbruch über Enzesfeld und Lindenbrunn gefunden. Doch wurden die fliehenden Akinci wenig später bei Weikersdorf gestellt (s.u).

Falls Kasim Bey bereits gefallen sein sollte, trat zu diesem Zeitpunkt Osman Aga an seine Stelle als Anführer der verbleibenden Aknici, er ritt mit seinen Kriegern von Enzesfeld das Gebirge entlang nach Süden, stets von der leichten Reiterei des Pfalzgrafen verfolgt. Man verfolgte die Türken bis Wiener Neustadt und schließlich mussten die vermutlich noch immer einige Tausend Mann starken Akinci in der Nähe von Weikersdorf erneut zum Kampf stellen.  Die Truppen Hans Katzinaners, welche sich um den 18.9 und 19.9 in Neunkirchen aufhielten, erfuhren durch Zufall von den umherstreifenden Akinci und zogen in einem kräftezehrenden Nachtmarsch bis nach Fischau in der Nähe von Wiener Neustadt, wo man am Morgen des 19.9 ankam. Mit seinen Truppen konnte sich Katzianer den Aknici Osman Agas zum Kampf stellen, welcher im Föhrenwald bei Weikersdorf zwischen Wiener Neustadt und Fischau am Morgen des 19.9 stattfand.

Die Österreicher mit Unterstützung der Reichstruppen waren in Schlachtordnung aufgestellt. Als die Türken anrückten, fiel dichter Nebel über das Schlachtfeld, doch gerade zum Rechten Zeitpunkt hob sich dieser wieder und ein erbitterter Kampf begann. Die Türken kämpften mit dem Mut der Verzweifelung  gegen die Übermacht der kaiserlichen Truppen, angeblich fanden an die 3.000 Akinci in diesem furchtbaren Gemetzel den Tod. Während de Kampfes gelang es Paul Bakic, einen ungarischen Kommandanten Katzianers, mit seiner Lanze Osman Aga von seinem Pferd zu stoßen und ihn mit einen Dolchstoss zu töten. Er Beanspruchte die Goldschimmernde Rüstung Osman Agas für sich als Beute. Auch die Truppen Katzianers mussten große Verluste hinnehmen, doch bei weitem nicht so viele wie die Türken. Angeblich konnten nur 600 Akinci das Schlachtfeld leben verlassen und in Richtung Neunkirchen fliehen.

An der Schwarza, kam es in den Nachmittagsstunden des 19.9.1532 erneut zu eine Schlacht, als sich die erschöpften Türken Markgraf Joachim von Brandenburg und 2.000 Mann starken Hilfskorps stellen mussten. Die ausgelaugten Akinci hatten gegen die ausgeruhten Reichstruppen keine Chance und ihnen wurde eine vernichtende Niederlage zugefügt.

Einen weiters Schar versprengter Aknici, die sich im Pittental aufhielten, wurden von verärgerten Bauern, auf den zwischen Gleißenfeld, dem Sollgraben und Seebenstein  gelegenen Bergrücken getrieben worden und den gegen Gleißfeld hin steil abfallenden Felsabhang hinuntergestürzt worden sein. Daher stammt vermutlich der Name des dort gelegenen Türkensturzes.

Sofort nach dem Sieg über die Aknici wurden Eilkuriere zu Kaiser Karl V. und König Ferdinand I. entsandt, welche sich zu diesem Zeitpunkt in Linz aufhielten, um ihnen zu berichten, dass die Türkengefahr gebannt sei.

Der andere Teil der Akinci unter dem Kommando des Ferif Pasa (Firuz Pasa) wurde nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen und so keine weiteren Schritte mehr unternommen.

Man nimmt an, dass am Tag des 19.9.1532 im Raum Leobersdorf - Enzesfeld - Wiener Neustadt - Neunkirchen - Steinfeld schätzungsweise 6.000 - 8.000 Akinci den Märtyrertod erlitten haben. Die restlichen der ursprünglich 11.000 Akinci fielen entweder schon in den Kampfhandlungen vor dem Steinfeld oder konnten mit der Abteilung das Ferif Pasa fliehen. Der große Erfolg des christlichen Heeres in dieser Operation war zu einem großen Teil Schertlin von Burtenbach zu verdanken, der mit seinem Vorgehen in Pottenstein die Türken in die vorbereitete Falle hetzen konnte.

Trotzdem die Türken von Ausrüstung und Ortskundigkeit her den Reichstruppen nicht ebenbürtig waren, wird auch von den österreichischen Historikern die äußerte Tapferkeit und der Todesmut der Türken hervorgehoben.

Sultan Süleyman I. erhielt erst spät die Nachricht von der Vernichtung der in Österreich operierenden Streifscharen des Kasim Bey. Er dürfte erst am 21.9.1532 möglicherweise über den Umweg der Akinci Ferif Pasas von der Niederlage erfahren haben.

Der Feldzug Kasim Beys und die folgende Schlacht am Steinfeld bei Wiener Neustadt prägte sowohl in die islamische / türkische Sagenwelt wie auch in die ortsansässige Sagenwelt in Niederösterreich nachhaltig.

Im Orient verbreitete sich die Heldensage des Kasim Voivoda schnell. Türkische Historiker berichten folgendermaßen über den Feldzug des Kasim Bey:" Kasim Voivoda sei mit den Akinci durch das Leytha Gebirges (ist falsch, richtig ist Voralpengebirge) in das Land der Giauren gedrungen und fand den Weg durch die Ungläubigen versperrt, so dass er nirgends durchdringen konnte. Die meisten Sieger (Helden) fanden keinen Ausweg ins Heil, sie tranken den Trank des Märtyrertums und marschierten ab ins Paradies." Angeblich, so wird berichtet starben 40.000 (weit übertrieben) Gotteskrieger!!!

Auch in Österreich wurden die Geschehnisse des Septembers 1532 schon bald zu Gegenstand von Aberglaube und Anekdote. So galt noch 200 Jahre nach dem Zusammentreffen das Schlachtfeld als verrufener Ort, an dem jede Freitagnacht seit jenem Tag gespenstisch die Schlachtrufe Kasim Beys und seiner 40.000 moslemischen Krieger erschallen.

Hans Sachs, ein bekannter Meistersinger dieser Zeit, schrieb in 108 Verse langes Liedergedicht über die Begebenheiten des September 1532. In Augsburg wurde einen Holzschnittreihe über die Schlacht angefertigt. Bei Dörfl bei Hafnerberg erinnert ein Türkenkreuz an den Streifzug von 1532, einst sollen Türkenschädel dort aufgeschichtet gewesen sein.

Als Gedenken an den Überfall der Türken auf Waidhofen an der Ybbs und den Sieg der Waidhofener wurde in den Jahren 1535 bis 1542 anstelle des alten kleinen Wachturms ein neuer Stadtturm errichtet. Am Turm ist das Kreuz über einem Halbmond angebracht, was als Triumph über die Akinci und den Islam gelten soll.

Auch Kasim Beys erbeuteter Panzerstecher wurde nach Wien gebracht, und ist nunmehr in der Rüstkammer des Kunsthistorischen Museum (KHM) der Stadt Wien unter der Inventarnummer C162 zu bewundern. Er kam, nachdem er  König Karl V. überreicht worden war, in die private Waffensammlung des zweiten Sohnes Ferdinand I., Erzherzog Ferdinand von Tirol, wo der Panzerstecher im Jahre 1593 in Innsburck erstmals im einem Katalog unter dem Namen Cassenbeg Stecher (Kasim Bey Stecher) erwähnt wurde. Daraus resultiert vermutlich die falsche Beschilderung des Panzerstechers auch im Kunsthistorischen Museum in Wien, wo der Stecher jetzt zu sehen ist.

 

 

Der Fluchtweg der Akinci Streifscharen aus dem Voralpengebirge und das folgende Gefecht bei Leobersdorf - Enzesfeld am Steinfeld.

 

 

Literaturverzeichnis:

 

 

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