Mehmed Bey Komplex in Gölpazari

mit Han, Moschee und Hamam

 

 

Die Erkenntnisse über die Bautätigkeit, Mehmed Beys, der ein Enkel Köse Mihals war und zum Amasya Stamm der Familie zählt, stützen sich zumeist auf ein Werk von Cetin Arslan 33. Er beschreibt die großen Akinci Familien und führt auch deren Bauwerke auf, darunter auch die der Mihaloglus. Darauf bezogen, führt er die Bauten Gazi Mihal Bey in Edirne an über die bereits reichlich bekannt ist.

Unter anderem nennt er auch eine Moschee, einen Hamam und ein Han (Geschäftshaus) im Ort Gölpazari, im osmanischen Stammland in der Nähe von Bilecik, als Bauwerke des Gazi Mihal Bey. Aufgrund der Daten, die auch in Cetin Arslans Werk zu finden sind, bin ich zur Überzeigung gekommen, dass es sich bei den genannten Bauten um Stiftungen Mihaloglu Mehmed Beys, dem Sohn Gazi Ali Beys, welcher seinerseits ein Sohn des Stammvaters der Familie Köse Mihal, war, handelt.

Die Stadt Gölpazari wurde zur Zeit Osman Gazis erobert und trug über die Jahrhundert verschiedene Namen, wie z.B. Göl, Resulsel, Akcaova und schließlich Gölpazari.

Meine Behauptung, dass der Erbauer der Moschee, des Hamam und des Han in Gölpazari nicht Gazi Mihal Bey, sondern Mehmed Bey, ein anderer Enkel Köse Mihals, war, stützt sich unter anderem auf diesen Auszug aus einer Stiftungsurkunde aus der Regierungszeit Sultan Mehmed II. Sie wurde von R. Mahmud Gazi Mihal, einem Angehörigen der Familie, publiziert.

Es wird berichtet, dass Göl (Gölpazari) eine zum Ort Harmankaya gehörige Niederlassung sei und dass die Mihaloglu dieses Gebiet schon seit langer Zeit innehaben. Es handelt sich um Mehmed Bey, den Sohn Gazi Ali Beys, welcher Sohn Köse Mihals war. Diese Bauwerke sind meiner Kenntnis nach  die ersten die der Amasya Stamm der Familie errichten ließ. Es zeigt auch, dass sich die Nachfahren Köse Mihals  in der näheren Umgebung von Harmankaya aufhielten oder zumindest als Baumeister tätig waren, zumal Köse Mihal im genannten Ort zu Zeiten Osman Gazis Statthalter war.

Die Nachkommen jenes Mihaloglu Mehmed Bey, gingen dann als Lalas (Prinzenleherer) in die Stadt Amasya. Es waren dies Yörgüc Pasa, Hizir Pasa und Lala Mehmed Pasa. Die Erläuterungen zu diesen Personen erfolgen später.

Seitens E.H. Ayverdi wird behauptet, dass möglicherweise jener Mihal Bey selbst den Ort gegründet haben soll, zumal diese Gegend  sich schon seit langer Zeit in den Händen der Familien Mihaloglu befand. Es sei daher auch verständlich dort Stiftungen seitens der Familie zu finden.

Anscheinend hat sich bis zum heutigen Tage nur noch der Han in seiner alten Form erhalten, die Moschee und der Hamam sind in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr vorhanden. Sie wurden durch neuere Gebäude ersetzt, sodass ihre ursprüngliche Architektur nicht mehr rekonstruierbar ist.

Der Han:     Ein architektonischer Grundriss

Der in Gölpazari befindliche Mihal Bey Han (Geschäftshaus), besitzt auf seiner westlichen Front über dem Eingangstor eine Kitabe (Stiftungstafel)

Der Han von Westen:

   

Sie ist 59 x 89cm groß und von einem Schlangelinien Muster umgeben. Es wird berichtet, dass dieses Gebäude in den Jahren von 818-821 H. / 1415-1418 M. seitens Mihal Beys erbaut wurde.

Die Kitabe, die Stiftungstafel:

 

Die Transkription der Inschrift aus dem Osmanischen:

Die Übersetzung:

Dieses gesegnet Bauwerk wurde seitens des Wohltätigen, von alle Bürden erlösenden und aller Gerechtesten unter den Herrschern (nämlich) Mihal Bey im Jahre 818 H. / 1415 M. begonnen und im Jahre 821 H./ 1418 M. vollendet.

Offensichtlich hat Mehmed Bey sich mit dem Namen Mihal Bey anführen lassen, zumal er Enkel Köse Mihals war.

Das Gebäude befindet sich zur Zeit in einem allgemein recht schlechtem Zustand, da Teile der Vermauerungen eingebrochen sind. Der Han wird derzeit als Lager der Gemeinde verwendet.

Der Han von oben - westlich:

Die südliche Seite:

Der Han  ist in Ost-West Richtung ausgerichtet, besitzt einen rechteckigen Grundriss und ist in 4 einzelne Räume unterteilt. Der Eingang ist von westlicher Seite her, wo sich auch die Kitabe befindet, und die Decke bildet eine Art Spitzgewölbe. Die Mauern wurden aus Reihen von jeweils einer aus Ziegeln und einer  aus geschnittenem Stein erbaut. Das Bauwerk zeigt außer der Steinbearbeitung keine weiteren Auffälligkeiten.

 

Die Moschee:         Ein architektonischer Grundriss

Die Lage der Moschee ist südlich des Han. An der Mihal Bey Moschee gibt es keine Stiftungstafel, wie etwas am Han. Lediglich nach einem Stiftungsvermerk ist bestätigt, dass die Moschee ebenfalls Mihal Bey gehört.

Auszug aus dem Stiftungsvermerk:

Übersetzung:

Das als der "Eski Kadioglu Ciftlik"  bekannte aus drei Bauernhöfen bestehend Anwesen und eine Mühle (die Einnahmen davon), sollen zum Wohle der Mihal Gazi Moschee sein.

Meiner Meinung nach handelt es sich auch bei dieser Moschee um eine Stiftung Mehmed Bey. Offenbar wird der Name Mihal Bey als Synonym für den Enkel Köse Mihals verwendet. Dabei handelt es sich aber keinesfalls um Gazi Mihal Bey, einen anders Enkel Köse Mihal jedoch aus der Tirnova-Linie der Familie.

Nach diesem Bild zu urteilen und auch nach dem Werk Arslans 33  zu schließen, ist das Moschee sind nicht mehr im geringsten in ihrem Originalzustand befinden und schon mehrere Mal renoviert worden sein muss.

Die Moschee von Nord-Osten:

 

Der Hamam:            Ein architektonischer Grundriss

Die Lage des Hamam ist östlich der Moschee. Es sind weder Geschichte des Hamam noch Stiftungsurkunden bekannt, die  eine sichere Zuordnung  zu Mihal Bey, oder Mehmed Bey zulassen. Arslan zitiert Ayverdi und meint, dass der Hamam  mit größter Wahrscheinlichkeit ebenfalls zum Komplex Mihal Beys angehört. Er stütz sich auf Stiftungsurkunden aus der Zeit Mehmed II., worin vermerkt ist, dass Gölpazari zum Verwaltungsbesitz der Familie Mihaloglu angehört und daher es durch aus plausibel erscheint auch einen Hamam in den Ort erbaut zu haben.

Wie auch auf diesem Bild zu erkennen ist, ist das heutige Erscheinungsbild des Hamam in keinster Weise mehr mit dem ursprünglichen vergleichbar. Sollte der Hamam von einem Angehörigen der Familie Mihaloglu erbaut worden sein, so ist auch hier meiner Meinung nach Mehmed Bey zu nennen.

Der Hamam von Süden: