Die Familie Mihaloglu - Harmankaya
 
 

 

 


Entstehung des Familiennamens Mihaloglu und Harmankaya

Der Familienname Mihaloglu kann in zwei Wörter geteilt werden. Das eine Wort ist Mihal, in Anlehnung an den Stammvater Köse Mihal. Das andere Wort ist "Oglu" und bedeutet im normalen Sprachgebrauch "Sohn". In diesem speziellen Fall ist es ein erblicher Adelstitel und ist mit der deutschen Anrede "von" zu vergleichen. Der Familienname bedeutet also "von Mihal" (die Nachfahren des Mihal). Manche Geschichtsschreiber verwenden Mihalzade, so bedeutet der Titel "Zade", der persisch/arabischen Ursprungs ist, dasselbe wie "Oglu".

Der Familienname Harmankaya entstand nach der Gründung der Republik Türkei im Jahre 1923, als man einen Familiennamen im europäischen Sinne tragen musste. Es war bisher üblich den Vornamen des Vaters anzunehmen z.B. Mustafa Ahmedoglu = Mustafa der Sohn des Ahmed. Schließlich wählte man im Zuge der Reformen des Zivilrechts  Harmankaya , den Namen des Ortes in dem Köse Mihal, der Ahnherr der Familie, gelebt hatte und begraben wurde.
 
 

Die Familiengeschichte

Köse Mihal, byzantinischer Lehnsherr des Ortes Harman Kaya und Ahnherr der Familie, lernte Osman Gazi kennen und konnte durch seine Aufrichtigkeit und Loyalität dessen Freundschaft gewinnen.

Mihal ist das arabisch-türkische Äquivalent zum christlichen Namen Michael. Bevor Köse Mihal zum Islam übertrat, hieß er Michael. Sein Beiname Köse bedeutet im Türkischen "der Bartlose" oder "der mit dem spärlichen Bartwuchs". Da es zu dieser Zeit keine Nachnamen gab, behalf man sich mit dieser Art von Namengebung. Köse Mihal heißt übersetzt, "der bartlose Michael".
 
 

Es gibt unterschiedliche historische Berichte über den Anfang der Freundschaft zwischen Osman Gazi und Köse Mihal. Sie dürfte jedoch bereits in den Jahren zwischen 1282 und 1283 ihren Anfang genommen haben.

Die Chronisten Lutfi Pasa und Nesri erzählen in ihren Werken, dass der byzantinische Lehnsherr von Eskisehir mit Köse Mihal, dem Statthalter von Harman Kaya, gegen Osman Bey kämpfte. In der Schlacht siegte Osman Bey und Köse Mihal wurde gefangen genommen. Weil er ein sehr tapferer Krieger war, brachte es Osman Gazi nicht übers Herz ihn zu töten. Köse Mihal war ihm sehr verbunden und zwischen den beiden begann eine enge Freundschaft. 21
 
Oru¸ Bey, ein anderer Geschichtsschreiber, erzählt, dass Osman Gazi am Tag nach der Hochzeit mit Mal Hatun, der Tochter des Scheik Edebali, mit seinen Freunden auf die Jagd ging und plötzlich eine Staubwolke zu sehen war. Es erschien ein Reiter mit Edelstein verzierter Rüstung. Er war einer der ungläubigen Beys von Byzanz und er rief: " Ist hier jemand mit dem Namen Osman?" Man führte ihn zu Osman, er stieg sofort von seinem Pferd und verbeugte sich vor ihm. Er sprach das islamische Glaubensbekenntnis: "LÂ ILÂHE ILLAHLAH, MUHAMMED RESÛLÜ’ LLAH, ALLÂHU EKBER, LÂ ŸERIKE LEH". Dann sagte er: " Osman Gazi, ich habe von eurem Propheten Mohammed geträumt. Er hat mir islamische Gebete beigebracht und sprach zu mir: " Mach dich in der Früh mit deinem Pferd auf den Weg und finde den Helden, der Osman heißt, der mit dem Namen Gottes und um Gotteslohn kämpft und ich bin an seiner Seite. Geh zu ihm und schließ dich ihm an".  

Mein eigentlicher Name ist Mihal, aber der Prophet hat mich Abdullah genannt und hat gesagt: "Geh auf Feldzüge mit Osman. Du und Deine Erben sollen auch kämpfen und berühmt werden und die Fahne des Propheten bis nach Ungarn tragen".

Dann wachte ich auf, sprach das islamische Glaubensbekenntnis und wurde Moslem."

Osman Gazi fühlte sich sehr geehrt und nahm ihn in seiner Gemeinschaft auf. 21
 
Nesri berichtet, wie Köse Mihal zum Islam übertrat: "Die Krieger Osmans waren überall siegreich, wollten weitere Eroberungen machen und Harman Kaya stürmen. Aber Osman Gazi antwortete: "Sehr gut, doch sprechen wir zuerst mit Köse Mihal und fordern ihn auf zum Islam überzutreten. Wenn er nicht akzeptiert, dann wird seine Stadt Harman Kaya geplündert." Dieser Köse Mihal war der tapfere Statthalter der Ungläubigen von Harman Kaya. Köse Mihal wurde benachrichtigt und kam zu Osman Gazi. Er verbeugte sich und sagte: "Ich will zum Islam übertreten." und sprach das Glaubensbekenntnis. Osman Gazi und seine Beys waren sehr zufrieden. 20 21
 
Uzuncarsili ist der Meinung, dass Köse Mihal, der Statthalter von Harman Kaya und treue Freund Osman Beys, im Jahre 1313 zum Islam übergetreten ist. Später kämpften sie zusammen und eroberten die Festungen Lefke, Mekece, Akhisar, Geyve und Leblebici. 23

Verschiedene Daten, wie 1304, 1308, 1313 und spätere werden für Köse Mihals Konvertierung zum Islam angegeben.
 

Hammer-Purgstall berichtet über Köse Mihal und seine Freundschaft zu Osman Gazi:

Von seinem besten Freund und Waffenbruder Köse Mihal angespornt, unternahmen die beiden ihren ersten Feldzug in Richtung der Festung Bolu. Sie kamen aus den Provinzen TaraklÏ , Göynük und Mudurnu mit viel Beute nach Karacahisar zurück.

Nach diesem Feldzug gab es 7 Jahre lang keine Kampfhandlungen. Der byzantinische Kommandant von Bilecik, der ein Freund Osmans war und mit ihm gute Beziehungen pflegte, war durch seine immer größer werdende Macht beunruhigt.

Als Köse Mihal seine Tochter mit dem Sohn von Kalanos, einem byzantinischen Herren, verheiratete, hatte er die byzantinischen Lehnsherren zur Hochzeit eingeladen und wollte sie zu einem Friedensvertrag mit Osman Gazi überreden. Aber anstatt Köse Mihals friedliches Angebot anzunehmen, versuchten die Byzantiner ihn für eine Kollaboration gegen seinen Freund Osman zu überreden. Bald würde der Statthalter von Bilecik die Tochter des Statthalters von Yarhisar heiraten. Auf dieser Hochzeit, zu der Osman eingeladen war, sollten die Byzantiner ihren Verschwörungsplan, Osman zu töten, durchführen. Aber Köse Mihals innige Verbundenheit zu Osman Gazi war unverändert und so erzählte er ihm vom Vorhaben der Lehnsherren. Daraufhin nahm Osman die Einladung des Statthalters von Bilecik zum Schein an. Das Hochzeitsgeschenk war eine Schafherde.

Er musste nach der Hochzeit mit seinen Kriegern in die Berge reiten und bat den Statthalter um Erlaubnis seine Wertsachen durch Frauen einen Tag vor dem Fest zur Aufbewahrung in die Burg bringen zu dürfen. Der Statthalter von Bilecik, der sich über den vermeintlichen Erfolg des Komplottes freute, stimmte Osmans Ansuchen zu. Am Tag vor der Hochzeit brach der Statthalter von Bilecik nach akirpinar zum Fest auf. Nun machte sich Osman mit 39 seiner tapfersten Krieger auf den Weg. Diese Streiter trugen Frauenkleider mit Schleiern und drangen so unbehelligt in die Burg Bilecik ein. Die Pferde waren mit Waffen und nicht mit wertvollen Sachen beladen. Weil die Bewohner und die Mehrheit der byzantinischen Soldaten bei der Hochzeit in Cakirpinar waren, war es keine Schwierigkeit Bilecik zu erobern. Danach ritt Osman mit seinen Kämpfern zum Engpass KaldÏ ralÏ k, wo er dem Bräutigam auflauerte. Der Statthalter von Bilecik, der keine Ahnung von den Ereignissen hatte, wurde von Osman und seinen Mannen getötet, als er auf dem Weg zurück nach Bilecik war. Die schöne byzantinische Braut Nilüfer wurde ein Geschenk Osmans an seinen 12 jährigen Sohn Orhan. 25
 
 

Köse Mihal war einer der verlässlichsten Beys Osman Gazis und spielte bei der Eroberung von Bursa im Jahre 1326 eine wichtige Rolle.
 

Osman Gazi beauftragte seinen Sohn Orhan Gazi mit der Eroberung von Bursa. Orhan Gazi belagerte Bursa sehr lange, konnte es aber nicht einnehmen. Aktimur, der Neffe von Osman Gazi, und Balabancik bauten Festungen und verschanzten sich dort um die Wege zur Stadt kontrollieren zu können. Trotzdem dauerte die Belagerung von Bursa acht Jahre. In der Stadt gab es keine Nahrungsmittel mehr. Die ganze Umgebung der Festung war schon von den Türken erobert und eine große türkische Reiterarmee hatte sich in der Ebene vor Bursa eingefunden. Orhan Gazi wollte die Stadt friedlich und ohne Blutvergießen einnehmen. Darum schickte er Köse Mihal zum Statthalter von Bursa. Mihal Bey fragte: "Unser Sultan möchte, dass Sie die Festung kampflos übergeben." Der Statthalter von Bursa antwortete: "Versprechen Sie mir, dass niemand getötet und die Stadt nicht geplündert wird, und wir übergeben sie." Köse Mihal gab sein Versprechen und brachte die Nachricht von der Kapitulation Bursas zu Orhan Gazi. 19  20 

Köse Mihal starb nach der Eroberung  von Bursa und wurde in Pazarköy, in der Nähe von Harman Kaya in seiner Türbe begraben. In Gölpazar errichtete Köse Mihal Bey zu seinen Lebzeiten ein Zaviye (Derwischkloster) und ein Hamam.

Es wird berichtet, dass Köse Mihal 4 Söhne hatte, die Namen von 3 sind überliefert. Es waren Balta Bey, Gazi Ali Bey, und Aziz Pasa. 

 

 

Gazi Mihal Bey, der Sohn Aziz Pasas, wurde in der Geschichtsschreibung oft mit seinem Großvater Köse Mihal Bey verwechselt. Gazi Mihal wird in Verbindung mit Eroberungen am Balken und insbesondere mit der Eroberung von Bulgarien erwähnt. Es wird berichtet, dass er sogar bei den Bulgaren sehr hoch angesehen war und beinahe ein freundschaftliches Verhältnis pflegte.

Die Gazi Mihal Moschee wurde im Jahre 1422 zu Beginn der Regierungszeit Sultan Murad II. in Edirne fertig gestellt. In früherer Zeit gehörte zum Moscheenkomplex ein Imaret (zerstört), einen Armenküche, und ein Hammam (nur noch Ruinen vorhanden). Auf dem Friedhof gegenüber der Moschee ist das Grab des 1436 verstorbenen Stifters Gazi Mihal und vier Angehöriger seiner Familie zu sehen.

Meinen Forschungen zufolge ist es umstritten ob Gazi Mihal im Jahre 1406, wie einige türkische Quelle berichten, oder erst 1422, oder gar erst 1436, wie Yerasimos berichtet, verstorben ist.  Natürlich ist eine Sterbedatum, dass Yerasimos auf dem Grabstein Gazi Mihals im Garten seiner Moschee gesehen hat, ein sehr stichhaltiger Beweis für seine Interpretation. Dieses Datum wirft leider viel mehr Fragen als Antworten auf.

Im Jahre 1420 (oder 1402) lies Gazi Mihal eine byzantinische Brücke über den Tunca Fluss in Edirne restaurieren, sie trägt seither seinen Namen und wurde viele Jahrhunderte hindurch auf den osmanischen Kriegszügen gegen Westen benutzt. Die Gazi Mihal Brücke wurde seither oftmals renoviert, auch im Jahre 1640 als Kara Mustafa Pasa eine Kösk (Hause) hinzufügte. Die Brücke hat eine einzigartige Vorrichtung zur Entfernung von eingedrungenem Sickerwasser.


In den Reiseberichten des osmanischen Gelehrten Evlija Celebi (1611 – ca. 1683) wird in den Schilderungen über seine sechste Reise wird die Stadt Jena (byz. Genna) beschrieben. Die weitgehend zerstörte fünfeckige Burg mit einer Mauer auf einem hohen Berg ist eine Eroberung des Gazi Mihal Bey vom 10.10. 1363. Die Unterstadt besteht aus 1100 gartenumgebenen, ziegelgedeckten Häusern, zwei Herbergen (han) und einen Bad (hammam).

Die Stadt Pinar Hisar (byz. Brysis) wird ebenfalls in diesem Zusammenhang genannt. Evlija Celebi bezeichnet sie als Gründung des Kaisers von Byzanz, die am 28.8. 1367 von Gazi Mihal Bey eingenommen und geschliffen wurde. Die zerstörte Burg, welche auf einem Berg liegt, ist in Winter Zufluchtsort für Schäfer und ihre Tiere. Der Ort ist ein Großlehn des Sancak Bey. 15 S. 80

Über das selbe Eroberung berichtet die Homepage der Stadt Pinar Hisar, die in der Provinz Kirklareli in Thrakien liegt, selbst, jedoch für das Jahr 1368:

http://www.kirklareli.4t.com/pinarhisar_ilce.htm

In den Berichten des osmanischen Gelehrten Evlija Celebi (1611 – ca. 1683) über seine neunte Reise äußert er sich über das Heiligtum des Qydemli Baba Sultan. Gazi Mihal Bey soll diesem nach seinem Tod ein Grabmahl gestiftet haben und dieses an den Wänden mit Gedichten in Schönschrift, Koransuren, bunten Leuchten, Kandelaber, Weihrauch- und Rosenwasserbehältern ausgestattet haben. Es sollen auch die Utensilien des Verstorbenen nämlich Pantoffeln und Schilfflöte aufgestellt sein. Gazi Miahl Bey hat das Grabmal, eine Garküche (imaret), Zellen (hügre), Keller (kilar), Kapelle (mescid), Ställe, Küche (mutfak) usw. gestiftet Im Kloster leben ca. 80 Derwische. 15 S. 94

Gazi Mihal Bey hatte 5 Söhne. Ihre Namen waren Yahsi Bey, Mehmet Bey, Hizir Bey, Aziz Bey und Yusuf Bey. Auch sie waren ruhmreiche Akinciführer.

Über die Brüder Aziz Bey und Yusuf Bey ist bisher nichts weiters bekannt außer ihn Name.

Sie hielten ausgedehnte Besitzungen in Nigbolu (Nikopolis), Plewen, und Semendria. Yahsi Bey und Mehmet Bey waren nach der Niederlage gegen die Mongolen unter Timur Leng im Jahre 1402, in die Machtkämpfe unter den rivalisierenden Söhnen der verstorbenen Sultan Bayasid I. verstrickt.

Mihaloglu Mehmet Bey war für einige Zeit der Beylerbey unter dem Sehzade (Prinzen) Musa Celebi. Nach dessen Ermordung im Jahre 1413 wurde Mehmet Bey für kurze Zeit in Mittelanatolien in der Stadt Tokat in den Kerker geworfen, jedoch bald wieder freigelassen. Allerdings wurde er in Folge des Aufstands des Simavnali Seh Bedriddin Mahmut, der früher mit Musa Celebi gekämpft hatte und somit zur selben Partei gehörte wie Mehmet Bey, wieder in Tokat eingesperrt. Dort blieb er anscheinend bis zum Regierungsantritt Sultan Murad II im Jahre 1421.

Als Murad II seine Herrschaft im Jahre 1421 antreten wollte, erhob sich der selbst ernannte Thronanwärter Düzmece Mustafa (Mustafa der Betrüger) gegen den Sultan. Die beiden Armeen trafen sich am Fluss Ulubat bei Bursa im Jahre 1422. Die Akinci, die früher dem Kommando Mihaloglu Mehmet Beys unterstellt waren und jetzt gegen Murad II kämpften, wussten nicht, dass ihr ehemaliger Heerführer noch am Leben war. Sultan Murads Wesire hatten daher den Plan, Mihaloglu Mehmet Bey aus dem Gefängnis in Tokat zu befreien und somit die Akinci Mustafas bei einem Wiedersehen mit Mehmet Bey zum Überlaufen zu bewegen. Mehmet Bey wurde befreit und ins Lager Sultan Murads II geführt und es wurde ihm erneut das Amt des Rumeli Beylerbey zugeteilt.

In der Nacht ging Mihaloglu Mehmet Bey zum Ufer des Ulubat, rief laut nach seinen Freunden und ermunterte sie an seiner Seite zu kämpfen. Als seine Stimme in der Stille der Nacht erklang, kam Unruhe in die Reihen der Akinci. Doganoglu, Koyunoglu und Evrenosoglu freuten sich sehr, ihren tot geglaubten Waffenbruder und Anführer wieder am Leben zu wissen. Noch in jener Nacht liefen die Akinci zu Sultan Murad II. über. Der von seinen Truppen im Stich gelassene Mustafa konnte fliehen doch wurde er bei Edirne gefasst und hingerichtet.

Im Sommer der Jahres 1422 erhob sich Kücük Mustafa, ein 13 Jahre alter Sohn des Sultan, und wurde als er Bursa belagerte von den Truppen Mihaloglu Mehmet Beys geschlagen, doch konnte Kücük Mustafa nach Konstantinopel fliehen. Mustafa war nämlich verbündet mit dem Kaiser von Byzanz  Manuel II. Paleologos.

Sultan Murad II. beschloss die Byzantiner für diese Tat zu bestrafen, als das Heer im Juni 1422 zusammengezogen und abmarschbereit war, sandte er Mihaloglu Mehmet Bey mit 10.000 Akinci um die Umgebung Konstantinopels und er kam bis an die Tore der Stadt heran. Im folgte der Sultan mit einen 20.000 Mann starken Heer, die Stadt wurde von der Yildizkapi aus mit Kanonen und Belagerungsfahrzeugen angegriffen, jedoch nicht eingenommen.

Als Sultan Murad II.  im Jahre 1423 hörte, dass sich Mustafa in Iznik aufhält, marschiert er mit einem Heer los und schickt ebenfalls Mihaloglu Mehmet Bey mit seinen Streifscharen vor. Am neunten Tag des Kriegszuges erreicht das Heer die Stadt Iznik spät in der Nacht. Die völlig überrumpelten und schlaftrunkenen Soldaten Mustafas hatten vergessen die Stadttore zu schließen und so dringen die Truppen des Sultan in die Stadt ein.

Kücük Mustafa wurde gefasst und vor den Toren Izniks auf einem Feigenbaum gehenkt. Taceddinoglu Mahmut wurde von den Kampfesgefährten Mihaloglu Mehmet Beys in seinem Versteck aufgespürt und in Stücke gerissen.

Mihaloglu Mehmet Bey erlag einige Tage später seinen schweren Verletzungen und wurde auf dem Familienanwesen in Plewen in einer Türbe begraben. Es wird berichtet, dass er einen Sohn mit dem Namen Bali Bey hatte.
 
  

Ein weiterer Sohn des Gazi Mihal Bey war Hizir Bey.

Die große Moschee von Kirklareli, heute eine Provinzhauptstadt in Thrakien, liegt im Stadtkern und wurde im Jahre 1383 (785 Hiccaz) von Mihaloglu Hizir Bey erbaut und trät seither seinen Namen. Die große Hizir Bey Moschee ist auf einem quadratischen Grundriss errichtet und war die erst von Osmanen in Rum (Europa) erbaute Moschee.

 

Die anonyme vulgärgriechische Chronik, Codex Barberiniaus Graecus 111 (Anonymus Zoras), beschreibt im Abschnitt über Sultan Murad II. , ohne genaue Zeitangabe, dass der Sultan einen Traum gehabt haben soll.

Aus den Daten vor und nach diesem Eintrag ist zu schließen dass es sich zwischen den Jahre 1444 und 1451 zugetragen haben muss.

Eines Nachts, heißt es, hatte er (der Sultan) einen Traum – so sagt er, und man glaubt es: Es war ihm ein Mann erschienen, mit weißem Prophetengewande angetan, und hatte seinem Sohn den Ring, den dieser am Daumen trug, abgezogen und ihm an den Zeigefinger gesteckt, dann wieder abgezogen und an den Mittelfinger gesteckt, und so der Reihe nach an alle fünf Finger, und dann hatte er den Ring an sich genommen und ist damit verschwunden.

Also ließ sich der Sultan (Murad II.) Hocas (Gelehrte) und Magier kommen, dass sie ihm den Traum auslegten und sie sprachen:“ Das bedeutet nichts anderes, als dass aus deinem Geschlechte fünf Kaiser herrschen werde, danach aber ein anderes Geschlecht in deinem Reiche herrschen wird.“

Wegen dieses Traumes wurde nun die Verfügung getroffen, dass niemand aus den alten Geschlechtern, also den Turahanoglu’s oder den Mihaloglu’s oder den Evrenosoglu’s oder den Malkocoglu’s  zum Beylerbeyi oder Wesir ernannt werden dürfe, sondern dass sie bloß Bannerherren (Sancakbeys) über die Akinci sein sollten, also über die Reiter, die gehalten sind, ohne Sold und den Krieg zu ziehen und die Vorhut zu bilden; und diese Bannerherren (Sancakbeys) sollten dem Beylerbeyi unterstellt sein.

Alle diese Geschlechter machten sich Hoffnungen auf die Herrschaft, aber wegen diesem Traum benahm man ihnen nun die große Macht, die sie bislang besessen hatten. 30  S. 94/95

 

Im Jahre 1448 unternahm der ungarische König Janos Hunyadi einen neunen Kreuzzug gegen die Osmanen. Er sollte mit der erneuten Niederlage des christlichen Heeres in der zweiten Schlacht vom Kosovo Polje (Amselfeld) zwischen dem 17. und 19. Oktober enden. Sultan Murad II. setzte in diesem Unternahmen als Anführer der Akinci die mittlerweile erwachsenen Söhne der alten Kommandanten ein. Dies waren Isa der Sohn von Ishak Bey, Turahan der Sohn des Pasa Yigit, und Mihaloglu Hizir Bey. Ihre Aufgabe war die Sicherung der Grenze. 23 S. 447

Hizir Bey verstarb angeblich im Jahre 1452, er hatte 5 Söhne namens Ali Bey, Abdullah Bey, Bali Bey, Iskender Bey, Firuz Bey. In der Geschichtsschreibung werden Ali und Iskender am häufigsten erwähnt.

 
Ali Bey wird in der Geschichtsschreibung in der Zeit von Fatih Sultan Mehmed II und Bayazid II erwähnt. Mihaloglu Ali Bey führte unter anderem zahlreiche Feldzüge nach Serbien und Albanien. Er nahm in Anatolien in der Schlacht zwischen Fatih Sultan Mehmed II und Uzun Hasan, dem Herrscher der Akkoyunlar, teil. Anschließend kehrte er nach Rumelien zurück und verheerte einige Male Moldawien und die Walachei, drang bis nach Ungarn vor und unternahm Feldzüge nach Italien und in die Alpenregion. Schließlich wurde er, wie Hammer-Purgstall berichtet, in einer Schlacht gegen die Österreicher gefangen genommen und hingerichtet. Anderen Überlieferungen zufolge kämpfte er bis ins hohe Alter und zog sich später auf sein Landgut in Plewen zurück, wo er verstarb.

Iskender Bey unternahm viele Jahre lang Feldzüge in Rumelien und war sehr erfolgreich. Dann zog er in der Zeit von Sultan Bayazid II nach Anatolien. Während der Schlacht gegen Alaud-dev, den Herrscher von Maras, verlor Iskender Bey seinen Sohn, wurde gefangen genommen und nach Ägypten verschleppt und dort ein Jahr gefangen gehalten. Er kehret im Jahre 1491 in seine Heimat zurück, doch fehlt über die Ereignisse ab dann jegliche Aufzeichnung. 

In den Reiseberichten des osmanischen Gelehrten Evlija Celebi (1611 – ca. 1683) wird in den Schilderungen über seine dritte Reise die Stadt Catalga in der Nähe von Istanbul beschrieben. Sultan Bajesid I. soll diese Stadt bei der Einschließung Konstantinopels zerstört haben und seine Bewohner vertrieben haben. Trotzdem blieb die Stadt bis zur Eroberung Konstantinopels (1453) byzantinisch. Nach der Eroberung flohen die byzantinisch Bewohner und Sultan Mehmet II. gab das Gebiet Mihaloglu Ali Bey als Lehen.  Dies ist vermutlich die früheste Erwähnung Ali Beys in der Geschichte.  15   S.56

Im Dezember des Jahres 1453 hielt sich Sultan Mehmet II. im neu eroberten Istanbul auf. Sowohl Halil Pasa als auch der Wesir Zaganos Pasa waren beim Sultan in Ungnade gefallen und ihnen wurden Ländereien im fernen Anatolien zugewiesen. Die einzigen Personen, die noch Einfluss auf den Sultan ausüben konnten waren eine Tochter des Zaganos Pasa, der Wesir Mahmut Pasa und einer der Mihaloglu. 17 

Ich halte es ist möglich das es sich um Mihaloglu Ali Bey handelte

Während des Belgrader Feldzuges 1456, so berichtet Chalkokandyles, soll, zur Ablenkung, eine osmanische Streitmacht unter Firuz Bey, dem früheren Verwalter von Krusevac, und dem Mihaloglu Ali Bey, dem auch die Wacht über Albanien anvertraut worden war, im Gebirge um Kruja, um Svetigrad, aber auch um Berat (Belograd) mit Skander Bey, dem berühmten albanischen Freiheitskämpfer, heiße Kämpfe getobt haben. 10 S. 162

Das Jahr 1457, das der Niederlage von Belgrad folgte, verlief, ohne dass sich Mehmet II. persönlich in irgendwelche Kriegshandlungen einmischte. Er überließ das soweit es soweit es die örtlichen Umstände ergaben, seinen Grenzbeys (Ucbeys); zu ihnen war im Serbienkrieg der in und um Plewen begüterte Mihaloglu Ali Bey hinzugekommen, dem der Sultan, Kritoboulos zufolge, weitgehende Vollmachten einräumt haben muss. 10 S. 156

Im Juli des Jahres 1459 wurde Semendria von den Türken wiedererobert, der neue Sancakbey der wichtigen Donaufestung wurde Mihaloglu Ali Bey. Schon im Jahr 1460 unternahm Ali Bey Streifzüge gegen das siebenbürgische Ungarn. Nachdem die Städte Kulpa und  Szava- St. Demeter niedergebrannt wurden, gelangten die Osmanen noch bis Futtak. Sie wurden dann jedoch von ungarischen Truppen unter der Führung des Peter Sokoli und Michael Szilagyi, welche im Jänner 1461 gefangen genommen und auf Befehl des Sultans in Istanbul geköpft wurde, zurückgeschlagen. Als Ali Bey erneut ins Banat von Temesvár eindrang, wurde er von den siebenbürgischen Truppen des Woiwoden Pongrácz abgedrängt. 17

Ehe Mehmed II. im Jahre 1461 gegen Trazezunt aufbrach, erhielt er von Mihaloglu Ali Bey, der die ungarischen Grenzlande an der Donau durch seine Überfälle niemals zur Ruhe kommen ließ,  die Nachricht, dass er Michael Szilagyi gefangen hatte. Er war der Oheim des Ungarnkönigs Matthias Corvinus und mit 28 Mitstreitern in das Gebiet  Mihaloglu Ali Beys eingedrungen und von diesem auf der bulgarischen Seite der Donau gestellt worden. Michael Szilagyi wurde mit seine Begleitern nach Istanbul gebracht und auf Befehl des Sultan hingerichtet. 10 S. 215

Der osmanische Chronist Nuzhet erzählt über dieses Ereignis und fügt hinzu, dass bei diesem Sieg viel Beute und Gefangene gemacht wurden. Ali Bey heiratete eine gefangen genommene Tochter des ungarischen Königs Matthias Corvinus. Ihr türkischer Name lautet Mehtap Hanim (Dame im Mondschein). Als Mehtap Hanim verstarb wurde sie in Plewen, in der Nähe von Ali Beys Türbe begraben. Sie schenkte ihm einen Sohn Hasan Bey, der auch ein Akinci Anführer wurde.
 

In der Schlacht gegen den Woiwoden Vlad Dracul Tepes, den Herrscher der Walachei, im Jahre 1462, kämpften die Soldaten bis in den Morgen und nur wenige der Ungläubigen konnten ihr Leben retten. Vlad Dracul wurde während seiner Flucht noch einen Tag lang von Ali Bey verfolgt. 19

Nesri, Sadeddin und Fevzi berichten dasselbe und fügen hinzu, dass Mihaloglu Ali Bey jeden feindlichen Soldaten, den er erwischen konnte, niedermetzelte und dass nach dieser Schlacht die Walachei in das Osmanische Reich eingegliedert wurde.

Der Woiwode wurde später wegen seiner Blutrünstigkeit  "Der Pfähler" bezeichnet und  im unserer Zeit wegen eben dieser durch Bram Stoker zur Figur des Graf Dracula stilisiert.   
 

Im Jahre 1463 kam der Sultan mit seiner Armee nach Skopje, um einen Feldzug zu führen. Da schickte Mihaloglu Ali Bey einen Boten zu ihm, der berichtete, dass er die Festung Agachisar des bosnischen Königs zerstört hatte. Darauf hin sandte der Sultan Wesir Mahmud Pasa mit einem Heer zur Festung. Bei diesem Feldzug wurden viele Burgen erobert und der König Bosniens und dessen Bruder gefangen genommen. Dies berichten die Chronisten Sadeddin und Fevzi

Anfang des Jahres 1463 rüstete Sultan Mehmet II. für einen Feldzug gegen König Vladislaw von Bosnien. Fehlende Tributzahlungen seitens des Königs, der wegen der osmanischen Eroberung Semendrias noch immer verstimmt war, und auch Berichte Mihaloglu Ali Beys, dass der König schon oft den Frieden gebrochen habe z.B. mit der Einnahme der Burg Agac (Agachisar?), waren Grund genug für den Sultan eine Strafaktion durchzuführen.

Das Heer marschierte über Üsküp (Skopje) nach Vucitrn, wo an Mihaloglu Ali Bey der Befehl erging sich gegen den Fluss Save zu wenden, um mit seiner Anwesenheit die Ungarn in Zaum zu halten. 17

 
Im Jahre 1465 kam Fatih Sultan Mehmed II nach Bosnien um die Festung Jaice zu erobern. Um dies zu verhindern kommt der ungarische König und nimmt seinerseits die Festung Zwornik ein. Weil der Winter nahte, ließ der Sultan einen Teil seines Heeres bei der Festung Jaice und einen anderen Teil bei Zwornik und begab sich nach Sofia. Vorher wurde Mihaloglu Iskender Bey mit 500 Kämpfern nach Zwornik geschickt um die Festung zu überwachen. Wesir Mahmut Pasa kam mit allen angesehenen Beys wie Turakanoglu Umur Bey, Ishak Beyoglu Isa Bey und Mihaloglu Ali Bey auch dorthin. Mihaloglu Ali Bey erschien mit seinen Akinci vor der Festung der Ungläubigen. Die Belagerten glaubten das Heer von Wesir Mahmud Pasas gesehen zu haben und flohen. Auch Matthias Corvinus floh in Angst und ließ Waffen und Ausrüstung zurück, weil er von Nahen der Türken erfahren hatte. Als Ali Bey das bemerkte, kam er sofort zur Festung, tötete die zurückgeblieben Ungläubigen und plünderte die Umgebung. Mahmud Pasa verfolgte mit seinem Heer den Feind weit über die Save hinaus und tötete jeden, den er noch erwischen konnte. Dies erzählen Sadeddin, Fevzi und Nesri.
 

N. Jorga berichtet genau das selbe jedoch für das Jahr 1464. Er schreibt, dass  Iskender Bey der Verteidiger von Zwornik war und dass ihm das Heer Mahmut Pasas zu Hilfe kam und deswegen die Ungarn flohen.


Im Jahre 1466 nahmen Ali Bey und Iskender Bey zwei Monate nach der Eroberung von Zwornik den Onkel des ungarischen Königs Matthias Corvinus, Michael Slaci, und Gregor Labatan gefangen. Er wurde in Bozaris, in der Nähe von Semendria, von den Brüdern Mihaloglu Ali Bey und Iskender Bey belagert, zur Kapitulation gezwungen, und nach Istanbul überführt.

Meiner Meinung nach stimmt dieser Bericht (s.o.) nicht, zum sowohl Jahr als auch Ort nicht in Einklang zu bringen sind. Vielmehr stimmen die Berichte des Jahres 1461.  

Auch der Historiker Olesnitschky berichtet über diese Schlacht. Ali Bey schlug mit nur 3.000 Akinci im Dezember des Jahres 1466 in Bozaris ein 20.000 Mann starkes Heer, das von Michael Szilagyi kommandiert wurde.

1469 nahm Fatih Sultan Mehmed II. die endgültige Festsetzung seiner Reichsgrenzen in Europa in Angriff, indem er ein Heer gegen die Moldau losschickte. Die Moldauer unter König Stephan hatte schon lange keinen Tribut mehr entrichtet, überfielen oftmals die walachischen Vasallen des Sultans und standen mit der donauischen Dynastie der Mihaloglu im offenen Kampf.  17

Im Juli des Jahres 1470 eroberte Mehmed II. mit seinem Heer die Insel Negroponte (Egribos). Nach dem Abzug des Sultan wurde Iskender Bey, möglicherweise Mihaloglu Iskender Bey, als Statthalter dort eingesetzt. Meiner Meinung nach ist dieser Bericht jedoch mit Vorsicht zu behandeln. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Mihaloglu Iskender Bey in dieser Position eingesetzt wurde. 10 S. 304

Bevor im Jahre 1473 Fatih Sultan Mehmed II  gegen Uzun Hasan, den Herrscher der Akkoyunlar aus Anatolien, bei Otlukbeli in die Schlacht ging, musste er Vorkehrungen treffen. So wurden die verschiedenen anatolischen Provinzen unter den Mihaloglus aufgeteilt. Mihaloglu Ali Bey erhielt Sivas, der jüngere Bruder Iskender Bey erhielt Kayseri und der jüngste Bruder Bali Bey erhielt Niksar. Sie hatten die Aufgabe die osmanischen Grenzen zu sichern und Streifzüge in feindliche Länder zu unternehmen.

Im Jahre 1473 stürmte Mihaloglu Ali Bey Uzun Hasans Burg Kemah, zerstörte sie, nahm die dortigen Armenier gefangen  und führte somit die Befehle des Sultans aus.

Bei dem Kriegszug gegen Uzun Hasan dem Herrscher über die Akkoyunlu im Jahre 1473, überwinterte Mehmed II. mit seinem Heer in Amasya. Im März brach die Armee von dort auf und zog über Tokat nach Niksar nach Ersincan und machte in der Ebene dort Halt. Der Sultan schickte Mihaloglu Ali Bey als Vorhut aus und lies ihn die Burg Kemah am Euphrat brandschatzen. Seine Streifscharen stießen während des Unternehmens auf eine armenische Kirche in der ein alter Priester Texte studierte. Als er nach wiederholter Aufforderung nicht heraustrat, wurde die Kirche in Brand gesteckt. Über dieses und ähnliche Vorkommnisse war der Sultan sehr erbost. 10 S. 332 
 
Der Herrscher der Moldau, Stephan der Große, nutzte die Abwesenheit des Sultans wegen des Uzun Hasan Kriegszuges, und bemächtigte sich der Walachei. Er entthronte den Vojvoden Radu und setzt  Laiota ein. Unmittelbar nach dem Feldzug gegen Uzun Hasan schritt Mihaloglu Ali Bey im November 1473 ein und versuchte Radu wieder als Vojvoden einzusetzen. Die Schlacht ging verloren und es wurde eine große Zahl Osmanen getötet. Doch kehrten die Akinci mit einer Zahl von 17.000 Kriegern nur 1 Monat später wieder zurück und setzten Radu erneut ein und plünderten das Land.
10 S. 349 

Im Jahr 1474 nach dem Feldzug gegen Uzun Hasan war  Mihaloglu Ali Bey nach Rumelien zurückgekehrt  und wurde mit einem Feldzug nach Ungarn beauftragt. Er ritt mit 7.000 Mann zur großen Stadt Varad  in Ungarn. Am achten Tag der Belagerung wurde sie erobert und unvorstellbar viel Beute gemacht. Dies erzählt Oruç Bey.

Die Strafaktion des Sultans gegen Stephan den Herrscher der Moldau fand im  Jänner des Jahres 1475 statt. Der rumelische Beylerbey Hadim Süleyman Pasa wurde mit einem Heer in die Moldau entsandt. Stephan verfügte über ca. 30.000 Mann, zumeist moldauische Bauern und stand mit seinem Heer bei der Stadt Vasluiu. Süleyman Pasa kam mit Mihaloglu Ali Bey und Iskender Bey über Nikopolis und vereinigten sich mit den christlichen Truppen des Laiota. Augrund des sehr zeitig einsetzenden Frühlings war die Marschroute in einem sehr schlechten Zustand. Die Osmanen zogen über Vasluiu an den kleinen Fluss Racova, der sich in dieser Gegend durch dicht bewaldete Täler schlängelt. Am Morgen des nebligen 10. Jänner 1475 wurden die Truppen des Beylerbey von den Moldawiern überfallen. Ein gewaltiger Peilhagel ging auf die Osmanen nieder und sie wandten sich in heillose Flucht und viele wurden von den moldawischen Bauern niedergemetzelt. Die Niederlage des Hadim Süleyman Pasa löste am Hof in Istanbul große Bestürzung aus und Mihaloglu Ali Bey wurde als Strafe abgesetzt und in den Kerker geworfen. 17

Im Dezember 1475 begannen die Ungarn unter König Matthias Corvinus mit der Belagerung der osmanischen Festung Sabac. Die Christen trachteten schon seit 1471 danach die Feste in ihre Gewalt zu bekommen, zumal die auf einer Insel in der Save gelegene Burg ein Sammelplatz und Ausgangspunkt für die Akinci  war. Nun versuchte man die Abwesenheit der Mihaloglus auszunutzen. Ab 2. Februar stand König Matthias selbst vor der Burg, auch die Brüder Ali Bey und Iskender Bey Mihaloglu, die zur selben Zeit  vor Sabac erschienen waren um den Eingeschlossenen Hilfe zu leisten, trauten sich nicht den König anzugreifen. Nach 41 Tagen wurde die Festung am 15. Februar 1476 von den Ungarn eingenommen. 17

Noch während des selben Winters 1476 erfolgte ein Einfall des Vlads Tepes und des serbischen Prätendanten Wuk gegen Bosnien. Sie überschritten die Save und plünderten als Türken verkleidet an einem Markttage die Stadt Srebrenica. Mihaloglu Ali Bey, dem  inzwischen vergeben worden war und nicht mehr im Kerker saß, konnte diese Tat nicht rächen, da er auf Befehl des Beylerbey Hadim Süleyman Pasa in den Schluchten des "Schwarzen Gebirges"  in Montenegro weilte wo er überwinterte. 17

Im Sommer des Jahres 1476 überquerten die Brüder Mihaloglu Ali Bey und Iskender Bey die Donau bei Semendria mit einem Heer von 5000 Akinci. Sie nutzten die Tatenlosigkeit Matthias Corvinus aus und plünderten die Banschaft Temesvar. Die dortigen Anführer Albert und Ambros Nagy vereinigten sich mit dem Befehlshaber von Belgrad und schlugen die Osmanen bei Weißkirchen vernichtend. Mihaloglu Ali Bey konnte nur mit Mühe fliehen doch sein Bruder Iskender Bey fiel in der Schlacht. 10 S. 381

Der Bericht über Iskender Beys Tod ist jedoch nicht wahr, da selbst Babinger  in seinem Buch noch des Öfteren über ihn erzählt.

Um die Mitte des Jahres 1476 fielen Vlad Tepes und die Moldawier unter König Stephan in der Walachei ein um sie den Osmanen zu entreißen. Dem osmanenfreundlichen Laiota war es nicht möglich sie zurückzuschlagen und so nahmen die Angreifer Tirgoviste und Bukarest ohne jeden Mühe. Stephan hinterließ seinem Verbündeten eine kleine Garde, die Vlad Tepes freilich nicht schützen konnte als die Heerscharen der Mihaloglu angriffen. Er wurde an einem Dezembertage in der Nähe von Bukarest, vermutlich bei Balteni, von den Osmanen getötet. Noch im selben Jahr wurde in einem Winterfeldzug die Festung Sabac (s.u.) wieder türkisch. 17

Als Fatih Sultan Mehmet am Ende des Jahres 1476 von seinem Karabogdan Feldzug zurückkam, erhielt er von Mihaloglu Ali Bey die Nachricht, dass die Ungarn am Zusammenfluss von Donau und Moldau eine Burg am rechten Donauufer und eine am linken erbaut hatten. Obwohl es Winter war, führte der Sultan seine Soldaten über die gefrorene Donau und machte die Burgen dem Erdboden gleich. Dies schreiben Sadeddin, Solakzade, Fevzi und Uzuncarsili

Auch wenn die geographischen Beschreibungen nicht stimmen dürfte es sich um die Festung Sabac handeln. (s.u / s.o)

Bei einem Winterfeldzug im Jahre 1476 überschritt das Heer mit dem Sultan an der Spitze die gefrorene Donau. Die in osmanisches Territorium eingefallenen Ungarn, verschanzten sich in hölzernen Befestigungen, doch als sie ihre aussichtslose Lage erkannten sandten sie einen Unterhändler zum Sancakbey von Nikopolis, Mihaloglu Iskender Bey. Er sicherte ihnen freies Geleit nach Belgrad zu und so entkamen 600 Ungarn ihrem sicheren Schicksal. 10 S. 385

Im Jahre 1477 machte Ali Bey wieder einen Feldzug nach Ungarn, konnte aber keinen bedeutenden Erfolg erringen.

Als ein venezianischer Unterhändler bezüglich Friedensvereinbarungen im Mai 1478 auf dem Weg nach Venedig war, wurde er unterrichtet, dass der Großherr, Mehmed II.,  einen Feldzug gegen die aufständischen Albaner bereit war durchzuführen. Die Beylerbeys von Anatolien und Rumeli waren mit dem Aufstellen des Heeres betraut und Mihaloglu Ali Bey war mit seinen Akinci aus Serbien bereits unterwegs um in Albanien einzufallen. 10 S. 395

Die Bewohner des venezianischen Skutari in Albanien, das als Bollwerk  der Christenheit galt, wussten um das herannahen des osmanischen Heeres und bereiteten sich auf eine Belagerung von. Schon am 14.Mai erschienen vor den Wällen der Stadt die Akinci des Mihaloglu Ali Bey in einer Stärke von 8.000 Mann. Um die Stadt wurden sämtliche Dörfer niedergebrannt und geplündert und die Bevölkerung versklavt. Die Rauchsälen der brennenden Dörfer waren von der Stadt auf weit sichtbar. Als Vorhut zum Heere kamen noch 4.000 Reiter des Sancakbey von Bosnien, Mihaloglu Iskender Bey, und 3.000 Reiter des Sancakbeys von Semendria, Malkocoglu Bali Bey, hinzu. 10 S. 396-7

Ab Mitte Mai 1478 wurde die Festung Iskodra (Skutari) von den Streitkräften des Akinciführers Mihaloglu Ali Bey belagert. Später kamen Mihaloglu Iskender Bey aus Bosnien und Malkocoglu Bali Bey aus Serbien zu Hilfe. Weil später Davud Pasa, der Beylerbey von Rumelien, für die Belagerung von Iskodra (Skutari) eingeteilt wurde, unternahmen Ali Bey, Iskender Bey und Malkocoglu Bali Bey einen neuen Feldzug nach Friaul und Venezien. Dies wird von Uzunçarsili erzählt.
Die Streifscharen fielen in Friaul ein, überquerten den Fluss Isonzo und ritten durch Kärnten und die Steiermark. 30.000 Akinci zogen über die Berge. Als ihnen Felsen den Weg versperrten,  hievten die Akinci  ihre Pferde an Seilen aufwärts und erreichten einen Engpass beim Lavant Tal. Als die Österreicher, die das Tal abgeriegelt hatten, bemerkten, dass die Türken über die unbezwingbaren Berge herunter kamen, flohen sie in großer Angst.
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In Venedig ging die Angst um eines Tages wieder vom Glockenturm von San Marco aus Rauchsäulen zu sehen, die aus den benachbarten Stromgebieten des Tagliamento und des Isonzo  aufstiegen. Es waren die Verwüstungen und die Plünderungen der Umgebung Venedigs durch die osmanischen Akinci, die sich in die Gedächtnisse der Stadtbewohner mit Grauen einprägten.  Wie befürchtet zeigte sich kurz vor der Erntezeit in den Hochsommertagen des Jahres 1478 eine osmanische Reitertruppe in der Stärke von 30.000 Mann unter der Führung des Mihaloglu Iskender Bey.  Er soll zuvor bereits die Krain, Kärnten, die Steiermark und Friaul durchplündert haben. Die Verteidiger trauten sich nicht aus ihren befestigten Lager und sich mit diesem regellosen Heereshaufen einzulassen. Die Gegend wurde 3 Tage lang geplündert und gebrandschatzt, dann zogen die Osmanen durch das Canale Tal über Kärnten und die Krain wieder ab.

Am 26.Juli kamen die Reiter des Mihaloglu Iskender Bey über den Predil Pass, offenbar des Weges unkundig, wieder nach Weisenfels nach Tarvis. Mehrere Wochen verweilten die Akinci in Kärnten und verwüsteten das Gailtal und das obere Drautal, verheerten das Gurktal bis Friesach, das Zollfels und die Gegend um den Wörther See. Schließlich kehrten die Renner und Brenner über die Südsteiermark an Cilli vorbei nach Kroatien und dann nach Bosnien zurück. Bei Jajce griff der Ban von Kroatien, Peter Zrinyi, die Reitermassen an und rieb sie angeblich last auf.

Die Osmanischen  Reiter hatten erstaunliche geografische Ortskenntnis, welche sie selbst über die steilsten Felswände des Loibl Passes schreiten lies. Dies wird mit großem Erstaunen  in die örtlichen Chroniken erwähnt. 10 S.402 - 3

Die Schlacht am Brotfeld ( Kenyérmezó, Cimpul-Pinii) :

Im August des Jahres 1479 sammelte sich bei Semendria ein 43.000 Mann starkes Heer der Osmanen. Es wurde angeblich von 12 verschiedenen Paschas befehligt, unter denen die Mihaloglus Ali Bey und Iskender Bey, die Evrenosoglus Hasan Bey und Isa Bey und auch Malkocoglu Bali Bey zu finden waren. Die Schlagkraft dieses großen Heeres wurde durch die große Anzahl an Befehlshabern und der Uneinigkeit untereinander beträchtlich geschmälert. Der Oberbefehlshaber Mihaloglu Ali Bey wandte sich mit Heer, das bei Orsova am Eisernen Tor die Donau überschritt, über den Eisentorpass Várhely gegen Siebenbürgen.

Sie durchstreiften die Täler des Hátszeg Gebirges und des Strel Flusses sowie den Brooser Stuhl so rasch in Richtung des Maros Tales, dass der siebenbürgische Vojvode Stefen Báthory kaum Zeit hatte ein Heer entgegenzustellen. Paul Kinizsi, der Ban von Temesvár, sicherte Stefen Báthory Hilfe zu und brach mit einem Heer sofort nach Siebenbürgen auf. Als Báthory über Mühlbach (Szászsebes) heranzog, war Ali Bey schon in Begriff mit viel Beute und Gefangenen auf dem Weg, auf dem er gekommen war, abzuziehen. Dass Paul Kinizsi sich ihm über das Maros Tal näherte war Ali Bey offenbar verborgen geblieben. Ali Beys Heer hatte am so genannten Brotfeld (Kenyérmezó) einer fruchtbaren Ebene an der Maros, etwas auf halber Strecke zwischen Broos und Mühlbach , westlich des Kuschirer Baches, ein Lager bezogen. Am Morgen des 13. Oktober 1479 erblickten die Osmanen auf den gegenüberliegenden Anhöhen Báthorys Streitmacht. Um seinen Rückzug und auch die reiche Beute zu sicher musste sich die Akinci dem Kampf stellen.

Báthory ordnete sein Heer zur Schlacht, indem er die siebenbürgischen Sachsen, bei Ballendorf, mit dem rechten Flügel an den Maros Fluss lehnet. Den linken Flügel nahmen die Ungarn ein und Báthory stand mit der schweren Reiterei in der Mitte. Die Türken hatten Schwierigkeiten ihre Reihen zu gliedern, da sich die Befehlshaber uneins waren. Nach 3 Stunden griffen Báthorys Truppen an, in der Hoffnung Paul Kinizsi Hilfe würde bald eintreffen. Sowohl die Sachsen als auch die Wallachen scheiterten am gewaltigen Angriffen der Osmanen und kehrten sich zur Flucht und groß war die Anzahl die Erschlagenen und Verwundeten die in den Fluten der Maros den Tod fanden.

Auch der linke ungarische Flügel brach unter den anstürmenden Akinci ein und zog sich unter erheblichen Verlusten zurück. Nun rückte Báthory mit den schweren Reiter vor und versuchte zu retten was noch zu retten war. Er stürzte im Schlachtengetümmel vom Pferd und musste seine demoralisierten Mitstreiter überreden weiter zu kämpfen. Er kämpfet um so verbissener weiter. Dann stellte im Oberbefehlshaber Ali Bey mit seinen gewaltigen Reitermassen direkt zum Kampf gegen Báthory. Es entbrannte ein 3stündiger wütender Kampf, Báthory blutete aus 6 Wunden und sein Pferd war schon längst getötet und ein Wall an Leichen stapelte sich schon, als der Untergang der christlichen Heeres schon besiegelt schien.

Da erschien plötzlich Paul Kinizsi mit seinem Heers auf einer Anhöhe hinter den Truppen Ali Beys. Kinizsi stürmte mit seine geharnischten Reitern auf die überraschten Türken herab und griff mit furchtbarem Geschrei und dem Lärm von Pauken und Trompeten an. Wütend warf sich Kinizsi über und über mit Blut bespritzt auf die Feinde. Dieser Eingriff des Ban von Temesvár in letzter Sekunde gab den Christen den entscheidenden Vorteil.

Als sich die Türken von allen Seiten angegriffen sahen, ließen sie ihr Lager und die reiche Beute im Stich und suchten hastig das Weite. Ein Schlachten war’s, nicht eine Schlacht zu nennen. Überall setzten den fliehenden Akinci die Christen nach. Die Osmanen, die nicht am Brotfeld ihr Leben gelassen hatten, und ins Gebirge, die nahen Täler oder Schluchten flohen, wurden von der dortigen Landbevölkerung niedergemacht. Mihaloglu Ali Bey, der der Landessprache mächtig war, warf sich in Bauernkleider und entkam unbescholten in die Walachei.

Angeblich sollen bei dieser Schlacht 30.000 Türken und 2.000 der Christen den Tod gefunden haben; wobei die erste Zahl etwas übertrieben erscheint. Man befreite die Gefangenen und plünderte das türkische Lager, doch die hereinbrechende Nacht machte die weitere Verfolgung des Gegners unmöglich. In der Nacht verunstalteten und schändeten die Truppen Kinizsi und Báthory die osmanischen Gefallenen. Die erbeuteten osmanischen Standarten und Feldzeichen wurden nach Ofen zu König Matthias Corvinus gebracht und unter den Würdenträgern aufgeteilt, auch Papst Sixtus IV. erhielt eine.

Noch heute erinnern Volkslieder an die entsetzliche Schlacht am Kenyérmezó, Cimpul-Pinii, dem  Brotfeld. 10 S. 411 – 14

N. Jorga 17 schreib folgendes über die Schlacht am Brotfeld:

Im Herbst 1479 führten die Mihaloglu einen Streifzug nach Siebenbürgen durch. Von den walachischen Fürsten wurden die Osmanen logistisch unterstützt und man schickte sie über den Rotenturm Pass in die reiche Gegend von Hermannstadt (Sibiu), wo die Scharen den Mihaloglu unverzüglich 200 Dörfer verheerten. Der Vojvode Stefen Báthory, der Ban von Temesvar, Paul Kinizsi und der Serbe Wuk aus der Familie der Jaksic, stellten sich den Türken entgegen. In der folgenden Schlacht wurden die Osmanen vernichtet und in die Flucht geschlagen. Nach Ofen (Budapest) zu König Matthias Corvinus kam die Nachricht, dass die beiden Mihaloglu tot und ihr Mitstreiter Malkocoglu Bali Bey von Semendria schwer verwundet sei. Es war vielmehr Isa, ein anderer Gefährte Ali und Iskender Beys, der einige Tage später tot in einem Waldstück gefunden wurde. Es gab viel Gefangene Osmanen auf Seiten der Ungarn, darunter so Berichtet N. Jorga auch einige junge Verwandte der Mihaloglu. 

Im Jahre 1480 war ein Truppenaufgebot von 34.000 Mann unter dem Befehl des Mihaloglu Iskender Bey in einem neuen Feldzug eingesetzt, der die Plünderung von Dalmatien und Friaul bis ans Canale Tal zur Folge hatte. Dieser Kriegszug war vorgesehen um Venedig Furcht einzuflössen und es an die Einhaltung seiner Verträge zu erinnern. Es war laut Babinger höchstwahrscheinlich die Hauptmacht eines Akinci Aufgebots von 50.000 Mann, derer 16.000 noch bis Kärnten und in die Steiermark vordrangen. Dieser Teil zogen über die Krain an Klagenfurt vorbei und wichen jeglichen Gefechten aus.  Sie brandschatzten in drei separaten Heereshaufen die Gegend des Murtals, errichteten bei Judenburg ein Lager, plünderten bis Leoben und zogen verheerend über das Drautal nach Bosnien zurück. Der Anführer dieses Aufgebots  ist nicht erwähnt. 10 S. 440

Bereits in Jahre1481 versuchten die Mihaloglu die Stadt Orsova einzunehmen. Später im Mai des selben Jahres führten die Donaubeys einen Streifzug nach Moldawien an und das Land wurde bis in den Bezirk Bacau hinein gebrandschatzt. Da erreichte die Nachricht des Todes des Großkhan Sultan Mehmed II. die Akinci und sie mussten den Kriegszug abbrechen. Denn bei jeden Thronbesteigung eines neuen Sultans mussten alle Sancakbeys und übrigen Würdenträger des Reiches zur Huldigung und neuen Vergabe von Lehen und Gütern in die Hauptstadt Istanbul kommen. König Stephan von Moldawien nutze die Situation aus und plünderte die Walachei. Der neue Sultan Bayasid II. verfolgte eine andere, friedlichere Politik als sein Vater. Mehmet II. und ging nicht selber gegen den Friedensbrecher vor, solange dieser seinen Tribut pünktlich entrichtete. 17

Von altem osmanischem Blute waren nach den Angaben N. Jorgas nur 3 Adelsgeschlechter. Die des Alut-Pasas, der Evrenosoglu und der Mihaloglu. N. Jorga schreibt, dass von den ersten nichts weiters als ihr Name bekannt sei, die Evrenosoglu waren mit Ahmed Bey bei der Belagerung von Üsküp (Skutari) vertreten (Zweifelsfrei ist über die Mitglieder der Evrenosoglu viel mehr bekannt). Was die Mihaloglu angeht, so brachte es keiner von ihnen je zum Amt des Beylerbey oder Großwesir, doch besaßen sie an der Donau ausgedehnte Länderein, erbliche Schlösser, und eine anerkannte politische und militärische Stellung in Serbien, Bulgarien und sogar in der Walachei, wo überall nichts ohne ihre Mitwissen oder Mitwirken geschah. Die Mark an der Donau gehörte gewissermaßen den Mihaloglu, so hatten sie alle wichtigen Festungen wie Sabac, Semendria, Golubac, Vidin, Rachowo, Nikopolis, Rustschuk, Tutrakan, Turnu (Klein Nikopolis) und Giurgiu in ihrer Hand. Die Mihaloglu konnten bei ihren Streifzügen auf bulgarische, serbische und bosnische Akinci zurückgreifen und ohne ausdrückliche Erlaubnis des Sultans in Ungarn, Siebenbürgen und sogar ins venezianische Italien einfallen. Auch waren sie mit ihren Kontingenten immer bei den großen Kriegsunternehmen des Sultan beteiligt. 17

Im Spätherbst des Jahres 1481 wurde von den Ungarn, ohne jede Herausforderung seitens der Mihaloglu, die gerade erst aus Asien zurückgekommen waren, ein Kriegszug gegen das osmanische Serbien unternommen. Paul Kinizsi, der Ban von Temesvar, wandte sich am 2.11 des Jahres von Temesvar aus gegen die Donau. Die Feinde der Osmanen plünderten auf dem türkischen Ufer der Donau und sie drangen bis Krusevac vor, nachdem Mihaloglu Iskender Bey bei der Festung Golubac weichen musste. Der Kriegszug war nichts anderes als ein Raubzug seitens der Ungarn und brachte den Osmanen eine Menge Schaden jedoch keinen Verlust an Land. Die beiden Mihaloglu Ali Bey und Iskender Bey zusammen mit Malkocoglu Bali Bey machten sich sofort daran Serbien besser zu befestigen. 17

Im folgenden Jahr Anfang September des Jahres 1482 antworten die Osmanen. 5 Woiwoden, Befehlshaber der Akinci, zogen wahrscheinlich unter der Führung eins Mihaloglu, die noch nicht nach Asien aufgebrochen waren, bis vor Temesvar, der Residenz Paul Kinizsis. Sie drangen in sein Lager ein und plünderten die Kostbarkeiten, wurden jedoch von Kinizsis Truppen beim Schloss Becse gestellt und in die Flucht geschlagen. Unter den Opfern war der Woiwode von Krusevac und der frühere Beylerbey von Rumelien. 17

Ein Jahr später in Herbst 1483 wurde ein Friedensvertrag auf 5 Jahre zwischen dem König der Ungarn Matthias Corvinus  und Sultan Bayasid II. geschlossen. Dies hatte zur Folge das die Akinci der Mihaloglu und der anderen Familien ihre Streifzüge in Feindesland einstellen mussten. Erst 1490, nach dem Tod Matthias Corvinus begannen die Osmanen wieder mit den Einfällen.

Im Jahre 1483 während der Herrschaft Sultan Bayazid II fielen Mihaloglu Ali Bey und sein Bruder Iskender Bey auf Ansuchen des Woiwoden der Walachei in Moldawien ein und verwüsteten das Land. Das wird von Hayrullah erzählt.
 

Wie Sultan Bayesid II. seinen Wesir Gedik Ahmed Pascha und alle Janitscharen beseitigen wollte:

Dies berichtet Anonymus Hanivaldanus: Im Jahre 889 / zw. 30.1.1484 – 17.1.1485

Nach den Schlachten zwischen Sultan Bayesid II. und seinem  Bruder Cem, der den Thron für sich beanspruchte, gab der Sultan in Istanbul einen großen Empfang.

Nachdem also Gedik (Gedik Ahmed Pasa, Grossvesir) aus dem Krieg zurückgekehrt war, beschloss Sultan Bayesid, alle seine Großen zu einem Gastmahl zu laden. Als sie sich hierzu einfanden, empfing er sie mit höchstem Aufwand und Prunk und hub an, mit ihnen Wein zu trinken. Einzig Ali Bey der Mihaloglu entschuldigte sich beim Sultan mit den Worten:“ O Sultan, ich habe noch nie Wein getrunken und bitte daher, mir nicht zuzutrinken und mich nicht zum Weingenuss zu nötigen.“ Also wurde ihm allein zugestanden, sich des Weines zu enthalten.

Als Bayesid vom Trunke berauscht war, ließ er alles Herren Ehrenkleider von schönen Farben anlegen und schenkte jedem von ihnen einen mit Goldstücken gefüllten vergoldeten Silberbecher; ..31 S. 193

Das Gelage schritt voran und die schließlich verließen alles gossen Herren den Raum, alleine Gedik Ahmed musste bleiben. Der Sultan hegte gegen ihn den Verdacht des Verrats und wollte ihn hinrichten. Doch die aufrührerischen Janitscharen setzten sich für Gedik Ahmed ein und konnten das Vorhaben des Sultan im letzten Augenblick verhindern.

Dieses Zerwürfnis zwischen den Janitscharen konnte und wollte der Padischah nicht auf sich sitzen lassen.

Dieser Anlass nun schuf dem Bayesid die Gelegenheit, seine sämtlichen Großen zusammenzurufen und ihnen zu erklären, er trage was im Sinne, das er jetzt ausführen wolle. Er ließ sie aber gesondert und einzeln zu sich kommen, eröffnete jedem seine geheime Absicht und erklärte, er gedenke die Janitscharen allesamt bis auf den letzten Mann umzubringen; zugleich fragt er, ob sie ihm bei der Ausführung dieses Vorhabens helfen würden und ob sie vermeinten, dass es sich bewerkstelligen lasse.

Bereits vorher hatte er die Truppen der Akinci zusammengezogen, um mit ihrer Hilfe die Janitscharen zu vernichten. Den einzelnen Beys aber, aber mit denen er sich darüber besprach, trug er auf, diesen Anschlag geheim zu halten, damit er nicht den Janitscharen zu Ohren komme.

Da während dieser geheimen Verhandlungen immer mehr neue Herren zum Sultan hineingingen und wieder herauskamen, schöpften die Janitscharen den Argwohn, dass da etwas Derartiges im Gange sei, und begannen, sich untereinander über ihre bedrohliche Lage zu beraten. Schließlich wurde denn die ganze Sache entdeckt. Und obwohl sämtliche Großen Sultan Bayesids diesem Anaschlag zuzustimmen erklärten, rieten ihm die beiden Mihaloglu Ali Bey und Iskender Bey davon ab:“ O glückseliger Großherr, was du da im Sinne hast, geht nicht an; es ist abwegig und wider der Vernunft. Nehmen wir an, du hast sie tatsächlich vernichtet: Alle deine Burgen und Festungen sind nichtsdestoweniger im Besitz der Janitscharen. Was also meinst du erreichen zu können? Wenn du diese da umgebracht hast, so werden eben jene meutern, und inzwischen wird dein Reich verheert. Gar nicht davon zu reden, dass es ohnehin unmöglich ist, sie beiseite zu schaffe: Sind sie doch bewaffnet und wissen sich zu verteidigen! Da wird kein Akinci sie angreifen wagen, und du wirst nur Schande auf deinen Namen laden. Du tust also durchaus besser, von diesem deinen Beschluss Abstand zu nehmen.“ Nachdem er (der Sultan) diese Gründe der Mihaloglus erwogen hatte, gab er sein Vorhaben auf.

Als nun Ali Bey (Mihaloglu) von Sultan Bayesid herauskam, stürmten die Janitscharen auf ihn ein und schmähten ihn:“ Bre köftehor (d.h. Ha, du Dreckfresser, Gauner, hinterhältiger Schurke) schrieen sie,“ du willst uns umlegen lassen!“

Ali Bey aber antwortete;“ Ach meine Kameraden, ich beschwöre euch bei der Seele meines Vaters: Meinet nicht, dass ich etwas Böses gegen euch im Schilde führe! Schlagt euch solche Grillen aus dem Kopf! Niemals wird geschehen, was ihr da argwöhnt. Aber Reden sind eitel: Ich bürge euch mit meinem Hals und diesem meinem Kopf dafür!“ Mit diesen Worten fand er bei einigen Glauben, und so ließen sie ihn unbehelligt.

Auch Sultan Bayesid merkte, dass sein Anschlag einen schlechten Ausgang nehmen würde. Die Großen und Truppenführer rieten ihm nun , irgendeinen Feldzug zu unternehmen, mit dem die Janitscharen beschwichtigt und von seinem Anschlag abgelenkt werden könnten.

So wurde ein Feldzug gegen Moldawien von Zaun gebrochen und die bedeutenden Hafenstädte Cili und Akkerman eingenommen. All dies geschah im Jahre 889 / zw. 30.1.1484 – 17.1.1485 31  S. 197 ff.

 

König Stephan von Moldawien wandte sich um Hilfe suchend am König Kasimir von Polen, denn die Einnahme der wichtigen Hafenstädte bedeutete einen herben Schlag für Stephan. Diesem Huldigte er am 12.09.1485 im galizischen Komolea. Doch kamen die Osmanen zuvor und führten einen zweiten vernichtenden Kriegszug gegen Moldawien. Unter dem Befehl des Beylerbey von Rumelien, Hadim Ali Pasa, drangen viele Akinci und Sipahi gegen Stephan vor, der sich zu Zeit bei König Kasimir befand. Am 19.09. 1485 wurde die moldawische Hauptstadt niedergebrannt und so König Stephan an seine vertraglichen Pflichten dem Sultan gegenüber erinnert. Nach dem Abzug des Beylerbey unternahmen Mihaloglu Iskender Bey und Malkocoglu Bali Bey Streifzüge auf eigene Faust. Mit viel Beute im Tross wurden die Akinci am 19.11. 1485 von König Stephan und 2.000 polnischen Panzerreitern, die aus Komolea herbeigeeilt waren, am Ufer des in Südbessarabien gelegenen Sees Catlabuga, überrascht und die Beute abgejagt. 17

Oruc brichtet : Anno 891 / (7.1.1486 - 16.12.1487)

Dann (nach dem siegreichen Feldzug den der Fürsten der Moldau Stephan) verweilte Sultan Bayezid Han – Allah der Allerhabene lasse seine Macht und sein Glück währen immerdar – zu Konstantinopel und ließ Ali Bey Mihaloglu, dessen Bruder Iskender und den Malkocoglu Bali Bey mit dem Heer der Walachei und mit den Akinci wiederum in die Moldau streifen. Sie weihten sich also dem Glaubenskampf und unternahmen zwei oder drei Streifzüge, und dank der Gunst und Gnade Allahs des Allgepriesenen und Allerhabenen und dank der herrlichen Wunderkraft Muhammeds des Auserwählten – Allah segne ihn und gebe ihm Heil! – ging es ihnen (den Gazis) gut vonstatten, und sie kamen mit schwerer Beute beladen und mit einer Unmenge von Gefangenen und Beutegut zurück. 31 S. 39

Oruc berichtet: Anno 894 / 5.12.1488 – 25.11.1489

Dann wurde auf dieser Seite Alâeddevle aufständisch und begann Raubzüge zu unternehmen und stiftete großes Unheil. Das wurde Sultan Bayesid Han gemeldet, und als Sultan Bayesid diese Nachricht hörte, ließ er Truppen aufbieten, gab diesen den Mihaloglu Iskender Bey mit den Akinci und dem Heerbann von Anatolien den Zulkadiroglu Pir Budak bei, und sie zogen gegen Alâeddevle. Aber als unsere Truppen gerade unachtsam waren, ließ Alâeddevle sie auskundschaften, kam dahergerückt und griff sie an. Auf beiden Seiten fanden viele Menschen den Tod. Ein Sohn des Mihaloglu Iskender Bey fiel, und dieser selber wurde samt einem anderen Sohne gefangen und in Haft genommen. Alâeddevle sandte den Iskender Bey und seinen Sohn zu Kaytibay, dem Sultan von Ägypten, und dieser hielt sie in Ehren, gab den Sohn des Iskender Bey in die Schule und ließ ihn studieren. Sultan Kaytibay hatte ja auch seinerzeit dem Beylerbeyi von Anatonien, Ahmed Bey Hersekoglu, und Ishak Bey Kiraloglu, als sie bei ihm in Gefangenschaft waren und wohl durch sie so viele Menschen ums Leben gekommen waren, Ehrenkleider verliehen und sie freigelassen und zurückgesandt.

Nun erwies er als einem Gaziführer auch dem Mihaloglu Iskender Bey und dessen Sohn Hochachtung und ließ ihnen Ehrenkleider anlegen und sandte sie zurück hierher. – Diese Begebenheit ereignete sich im mittleren Drittel des Cemaziyülevvel de Jahres 894 der Hischra. 12-21.4.1489 31  S. 49-50

Uzuncarsili gibt die selben Daten wie Oruc an, beschreibt jedoch die Umstände der Freilassung etwas genauer.

Im April des Jahres 1491 wurde der mamlukische Botschafter in Istanbul festgesetzt. Mit dem Botschafter als Pfand übergab der osmanische Botschafter zu Kairo, Seyh Ali Celebi,  die Städte Adana und Tarsus an die Mamluken als Friedensangebot. Als Gegenleistung in diesem Abkommen wurde Mihaloglu Iskender Bey, der nunmehr schon zwei Jahre in Gefangenschaft war, freigelassen und ihm von Mumlukensulten eine goldbestickte Ehrenrobe überreicht. So kehret Iskender Bey in seine Heimat zurück. (s.u) 24 S. 193 -195  

N. Jorga beschreibt das selbe Ereignis jedoch für das Jahr 1486. Er schreibt, dass die Truppen Mihaloglu Iskender Bey von Alaud-devle überfallen und aufgerieben wurden. Iskender Bey fiel mit seinen beiden Söhnen in die Hände des Gegners. Einer der Söhne, Mihal, wurde aus persönliche Rache heraus geköpft, seinem Bruder Yahsi wurde die Freiheit geschenkt und der Vater Iskender Bey musste mehr als 4 Jahre in einem Gefängnis in Kairo schmachten. (s.o.) 17

Anonymus Hanivaldanus gibt die Schlacht auch im Jahr 1486 an und beschreibt die Umstände am Schlachtfeld und danach am     genauesten.

Der Sultan aber blieb in Konstantinopel und begann schließlich, die Hand nach den ägyptischen Grenzen auszustrecken, indem er die Städte Adana, Külek und Tarsus besetzte, die bislang dem Herrscher von Ägypten zugehörten….

Der Sultan von Ägypten sandte aber auch selber seine Heere aus, um die verlorenen Städte und Burgen zurückzuerobern. Bayesid dagegen ließ Karagöz Pascha, den Beylerbeyi von Anatolien, mit dem Heerbann von Anatolien und ebenso den Mihaloglu Iskender Bey, den Obristen der Akinci, mit einer großen Zahl Truppen gegen die Ägypter ziehen, um deren Felder und Marken zu verwüsten.

Zu jener Zeit herrschte Feindschaft zwischen dem Fürsten Alâeddevle und Sultan Bayesid. Daher begann, als Karagöz Pascha und Iskender Bey mit ihrer vereinigten Streitmacht in Alâeddevles Gebiet gelangt waren, Iskender Bey mit 500 Mann dem übrigen Heere vorauszuziehen, während ebenso viele die Nachhut bildeten; die übrigen mit Karagöz Pascha nahmen die Mitte der Heerordnung ein und Beschlossen den Zug.

Nachdem Alâeddevle ausgekundschaftet hatte, dass Iskender Bey vorausgezogen kam, legte er sich mit den Seinen in einen Hinterhalt und verbarg die von Sultan von Misir (Ägypten) gesandten 300 Cündis (mammlukische Reiterei), die er bei sich hatte, irgendwo in einem Versteck. Als nun Iskender Bey, begleitet von seinen 500 Mann bei diesem Hinterhalt des Alâeddevle eintraf, wurde er von den Feinden aus dem besagten Hinterhalt umzingelt, und sowie die Akincis den Feind erblickten, wandten sie sich sogleich zu Flucht.

Iskender Bey hingegen mit seinen zwei Söhnen hielt stand. Sein erstgeborener Sohn, namens Mihal Bey, ein tapferer und starker Mann, hieb einen, der aus dem Hinterhalt hervorbrach, vom Pferd und streckte ihn nieder; aber andererseits geriet nicht nur er sondern auch sein Vater samt dem zweiten Sohne gefangen in die Gewalt des Feindes. Als aber Alâeddevles Männer Mihal Bey, den erstgeborenen des Iskender Bey, gebunden zu ihrem Lager abführten, erblickte ihn zufällig der Bruder dessen (Gegner oben), den er (Mihal Bey) getötet hatte, und rief:“ ha, du hast meinen Bruder erschlagen, und dafür musst du büßen!“ Und sogleich zog er seinen Krummsäbel und hieb ihm (Mihal Bey) den Kopf ab, den er dem Alâeddevle brachte.

Das abgeschlagene Haupt seines Sohnes wurde dann auch Iskender, dem Vater, dort wo er gefangen gehalten wurde, vorgewiesen, damit sein Schmerz noch größer werde. Zugleich wurde er im Namen Alâeddevles etliche Males gefragt, ob er diesen Kopf erkenne. Schließlich antwortete er (Iskender Bey), Alâeddevle solle doch hingehen und jenen Kopf seinem Weibe an die Scham halten – ihn ihm vorzeigen zu lassen, gebe es nämlich keinen Grund. Durch diese Worte Iskenders beleidigt und wuterfüllt, schlug ihn Alâeddevle mit einem Hausschuh (Icedik), den er gerade zur hand hatte, auf den Kopf. Aber dann hatte er wieder Mitleid mit Iskender und befreite seinen anderen Sohn, Yahsi Bey, aus den Fesseln und ließ ihn ziehen; den Iskender selbst ließ er zum Sultan von Ägypten bringen, wo er ganze 4 Jahre und länger in Gefangenschaft blieb.

Als aber Karagöz Pascha sah, was in diesem Gefecht mit Alâeddevle dem Führer der Vorhut der türkischen Truppen, Iskender, zugestoßen war, wollte er mit dem übrigen Heer nicht weiter vorrücken, sondern sandte Eilboten zum Sultan ab mit der Meldung über das Vorgefallene. Bayesid merkte nun, dass seine Leute nicht taugten und bebefahl ihnen nach Hause zurückzukehren. So geschah es im Jahre 890 nach dem Tode des Propheten Mohammed (18.1.1485 – 6.1.1486)

Zwei Jahre später wurde Hersekoglu Ahmed Pascha losgeschickt um sich an den Alâeddevle und den Ägyptern zu rächen. Auch er wurde schlagen und nach Ägypten in Gefangenschaft geführt.

Zwei weitere Jahre später 894 schickte Sultan Bayesid Ali Pascha gegen die Mammluken von Ägypten los, und auch er wurde mit seinem großen Heer geschlagen.

Zwei weitere Jahre später wurde Davud Pascha gegen Alâeddevle und die Ägypten gesandt und es kam zu einem Friedensvertrag.

Der Ägypter entließ den Hersekoglu Ahmed und den Mihaloglu Iskender Bey nebst allen übrigen Gefangenen, die bei den Ägyptern in Haft waren…..Auf diese Weise wurde die Eintracht zwischen ihnen wieder hergestellt, im mohammedanischen Jahr 896 (14.11.1490 – 3.11.1491)

Warum es bei den Berichten über die Schlacht gegen Alâeddevle zwischen Oruc und Uzuncarsili (1489) auf der Einen Seite und Jorga und Anonymus Hanivaldanus (1486) auf der anderen Seite zu solch eklatanten Unterschieden in Bezug auf die Zeiträume gibt ist unklar. Die Umstände der Befreiung werden allerdings von allen Historiker übereinstimmend dargestellt.

Oruc berichtet: Anno 896 / 14.11.1490 – 3.11.1491

Gleichfalls in jenem Jahr fand wiederum ein Feldzug statt: Der Mihaloglu Ali Bey zog mit wackeren Kampfgenossen, mit den Aknici, bei Severin vor der Burg namens Pojajan vorbei in das Land Ungarn, steckte mehrere Burgen in Brand und zerstörte sie. Dann überfielen sie eine Burg, die sie aber nicht nehmen konnten. Danach wählte Ali Bey Männer aus, den Atlioglu Mustafa Bey von Zagra und Mustafa Bey, den Subasi von Karinovasi, diese und andere wackere Kampfgenossen wählte er aus, und diese stießen weiter vor. Es war gerade tiefster Winter und die Zeit des strengsten Frostes, und sie ritten in Schneetreiben und Sturm dahin, stecken auch ihrerseits mehrere Burgen in Brand und zerstörten sie. Aber als sie wieder zurückreiten wollten, stießen sie auf einen Haufen von über tausend Giauren, gepanzert, geharnischt und voll gewappnet. Es entbrannte eine schwere Schlacht, in der Mustafa Bey, der Subasi von  Karinovasi, fiel. Der Atlioglu Mustafa Bey geriet in der Schlacht an einen Ban, und sie fochten lange miteinander, bis schließlich der Atlioglu Mustafa die Oberhand gewann. Der Allerhabene Herrgott gewährte ihm gute Gelegenheit und Sieg, so dass er diesen Ban vom Pferd hieb, und er nahm ihn gefangen und brachte ihn samt seiner Fahne zu Ali Bey. Ali Bey sandte ihn Ban samt seiner Fahne und mit noch vielen anderen Giauren an die Schwelle des Glücks (den Hof des Sultans zu Istanbul). Dieser Feldzug also fand in jenem Jahre statt (Anno 896 / 14.11.1490 – 3.11.1491) 31  S. 53 – 54

 

Nach Hammer-Purgstall, machte Ali Bey im Jahre 1492 vermutlich seinen letzten Feldzug. Mihaloglu Ali Bey zog mit 20.000 Akinçi durch Kärnten und kam bis in die Region Villach. Auf dem Rückweg mit viel Beute und Gefangenen versperrten ihm die Streitkräfte des Rudolf von Khevenhüller, der in Diensten des österreichischen Kaisers Maximilian I stand, den Weg. Daraufhin musste Ali Bey den Kampf annehmen. Während der Schlacht revoltierten die Gefangenen gegen die Akinci . Die Osmanen verloren 10.000 Mann und 7.000 gerieten in Gefangenschaft. Mihaloglu Ali Bey, der unter den Gefangenen war, wurde von den Österreichern hingerichtet. 25

Nur Hammer-Purgstall vertritt diese These. Zahlreiche osmanische Chronisten erwähnen diese Schlacht, aber nicht die Ermordung des Ali Bey im Jahre 1492.  Fevzi und Nuzhet schreiben über den Feldzug von 1492, dass sich Ali Bey nur mit großen Schwierigkeiten vor den Österreichern retten konnte.

Der Historiker Olesnitschky meint, dass die Hinrichtung Ali Beys nur ein Gerücht sei, das von den österreichischen Heerführern in Umlauf gebracht wurde, um die Einheimischen zu beruhigen. Die österreichische Grenzbevölkerung lebte in ständiger Angst vor Mihaloglu Ali Bey. Tatsächlich wurden auch vor dem Jahre 1492 absichtlich Gerüchte über den Tod von Ali Bey in die Welt gesetzt. Er starb in Plewne im Jahre 1507 und wurde neben der kleinen Mesçit (Moschee), die er vorher bauen ließ, begraben.

 Ende des Jahres 1492 fielen 5.000 Akinci des Mihaloglu Ali Bey von Semendria und Malkocoglu Bali Bey über das walachische Oltenien in Siebenbürgen ein um in der Gegend des Rotenturm Passes zu plündern. Auf der Rückkehr im Februar des Jahres 1493 wurden die Türken in den Höhen des Gebirges von den dortigen Bauern überfallen und konnten sich mit einigen Verlusten retten.  (s.u) 17
 

Oruc berichtet:  Anno 898 / 23.10. 1492 – 11.10.1493

Am 1. Rebi’ülevvel (21.12.1492) hatte er (Sultan Bayezid II.) dem Mihaloglu Ali Bey die Erlaubnis zu einem Streifzug erteilt. Der zog also bei Semendire hinüber in das Land der Ungarn, verbrannte und zerstörte und vernichtete dort fünf oder zehn Städte, raubte und plünderte sie aus und trat beutebeladen den Rückweg an. Als sie durch die Walachei zurückziehen wollten, kam das Heer der Ungarn angerückt und schnitt ihnen am Eingang eines Bergpasses vorne und hinten den Weg ab, und von unseren Truppen, von unserem Heere kamen viele Leute zu Schaden. So war es im Schicksal bestimmt, da hilft nichts – Die Führung liegt bei Allah! Dieser Feldzug war also misslungen, und sie kamen wieder zurück.

Dann zog Ali Bey wieder hinein nach Ungarn und wiederum schlug es fehl. Und Hizir Bey, Ali Beys Sohn, zog gleichfalls dort hinüber, raubte und plünderte und zog mit reicher Beute wieder zurück. Da kam von Belgrad ein Giaurenheer von 600 bis 700 Mann herüber und richteten argen Schaden an, aber als sie so dahin zogen, holte der Mihaloglu Hizir Bey die Giauren ein und lieferte ihnen eine schwere Schlacht. Schließlich gewährte der Allerhabene Herrgott den Sieg, und das Giaurenheer wurde geworfen und zersprengt und floh geschlagen davon. Hizir Bey sandte viele gepanzerte und geharnischte Giauren samt vielen Köpfen und Fahnen an die Schwelle der Glücks (den Hof des Sultans zu Istanbul) ein. Dieser Glaubenskampf also ereignete sich im Monat Zilka’de (14.8 – 12.9. 1493). 31  S.  62

Kissling berichtet genau das selbe, jedoch unterscheiden sich einige der Daten und Zahlenangaben. 

Am Montag den 25.12. 1492, brach Sultan Bajesid II von Adrianopel auf und zog nach Istanbul. Am 4 und 19.1 1493 erhielt Mihaloglu Ali Bey den Befehl, von Rumelien aus einen Einfall in Ungarn zu unternehmen, und er zog dorthin. Bei Semendria setzte er über die Donau und überfiel und verwüstete in Ungarn 5 – 10 Städte. Als er auf der Rückkehr durch die Walachei den Rotentum Pass passierte, hatten ihm ungarische Truppen dort einen Hinterhalt gestellt. Als Mihaloglu Ali Bey dabei war den Pass zu überschreiten, schnitten ihm die Feinde den Weg ab und schlossen ihm ein. In betrüblichem Zustand und Unordnung trafen die Akinci in Istanbul ein. (s.o)

Nach einer Ruhepause wurde erneut ein Streifzug befohlen. Hizir Bey, ein Sohn des Mihaloglu Ali Bey, zog in das Ungarnland, nach allen Himmelrichtungen plündernd und Beute machend. Er erbeutete eine Anzahl von Vermögenswerten und Gefangenen, die jenseits aller Berechnung liegt. Zur selben Zeit drangen von Belgrad aus 6000 – 7000 Ungläubige in das islamische Land ein. Nachdem sie das Land überfallen und wieder abgezogen waren, erfuhr Mihaloglu Hizir Bey davon und verfolgte sie. Schließlich fand man danke der unendlichen Hilfe Gottes eine günstige Gelegenheit, schlug den Ungläubigen aufs Haupt und ließ sie über die Klinge springen. Eine Anzahl angesehener Ungläubiger ergriff man und sandte sie samt ihren Fahnen an die großherrliche Pforte. Dies geschah am 26.8 1493. 14 S. 176     

Es ist möglich dass es sich bei diesem Bericht um Mihaloglu Hasan Bey, einen anderen Sohn Mihaloglu Ali Beys, handelt, zumal Hizir Bey im Jahre 1551 noch einmal erwähnt wird. ---> Hizir Bey müsste so in einem Alter von ca. 80 Jahren noch als Pasa von Szeged (s.u)  gedient haben. Hasan Bey, als Sohn von Ali Bey mit Mehtap Hanim, wurde wahrscheinlich gegen 1460 geboren und würde besser in diese Zeitspanne passen.

Zur selben Zeit führte Hasan Bey aber einen Streifzug zusammen mit Ya'kup Pascha aus Bosnien gegen die Ungarn (s.u bei Hasan Bey)

Oruc berichet: Anno 899 / 12.10.1493 – 1.10.1494

Dann kamen im Volke Böse Gerüchte auf, und von Semendire sandte der Mihaloglu Ali Bey einen Eilboten nach dem andern mit der Meldung, das ungarische Heer sei eingefallen. Diese bösen Gerüchte verbreiteten sich im Volk, das ein Gezeter erhob, aber dann geschah nichts dergleichen, und die falschen Gerüchte waren widerlegt. 31 Seite 73

Inwiefern diese Meldung von Oruc mit den folgenden in Einklang zu bringen ist, ist schwer zu sagen, zumal sie den selber Zeitraum betreffen.

Im Winter des Jahres 1493 unternahmen Batholomäus Dragffy und Paul Kinizsis, der 1494 sterben sollte, eine Vergeltungsfeldzug gegen das osmanische Serbien. Sie plünderten das Residenzschloss Mihaloglu Ali Beys, das von einem seiner Söhne verteidigt wurde, und holten sich einen goldenen Leuchter zurück, der 1490 in Gross-Wardein von den Türken erbeutet wurde. Der plötzlich eintretende Eisgang der Donau machte es Mihaloglu Ali Bey unmöglich den Plünderern seines Sancak nachzustellen und sie ihrer gerechten Strafe zu überführen. 17

Im drauffolgenden Jahr 1494 beauftragte Sultan Bajasid II. Mihaloglu Ali Bey erneut mit einem gewaltigen Heer in Ungarn einzufallen. Ali Bey ging hin und drang plündernd in den Raum zwischen Ungarn und Bosnien ein. Als die Ungläubigen dies erfuhren, schnitten sie ihm den Rückweg ab und griffen ihn an. Als Ali Bey die Lange klar wurde, zerstörte und verbrannte er alle Städte, Dörfer und Kirchen auf seinem Weg. Dann zog er durch den Sancak Bosnien über das Städtchen Zagorje ins islamische Gebiet. Die Ungläubigen setzten, um sich zu rechen von Belgrad her über die Donau, verheerten die Gegend um Semendria, schliffen seine Mauern und zerstörten einige Raaja Dörfer. 14 S. 180

 

Oruc berichtet: Anno 900 / 2.10. 1494 – 20.9.1495

Im zweiten Drittel des Monats Muharrem (zwischen 12 – 21.10 1494) gab er (Sultan Bayezid II.) dem Mihaloglu [Ali Bey] Erlaubnis [zu einem Feldzug], und er streifte mit 10.000 Akinci zwischen Ungarn und Bosnien. Als er immer weiter vordrang schnitt ihm das Giaurenheer den Rückweg ab. Als Ali Bey das sah und gewahr wurde, da verbrannte, zerstörte und verheerte er alle ihre Städte, Dörfer und Kirchen, auf die er traf, kehrte mit großer Beute zurück und kam in den Gau von Bosnien, den man Zagorje nennt, wieder heraus. (Damit ist der Gebirgsgau in der Herzegowina südlich von Sarajevo zwischen dem Treskovica und Zelengora Gebirge gemeint. Aus der Topogaphie dieses Feldzuges, der sich von Semendire im Osten bis nach Sarayovasi (Sarajevo) im Westen über 225 Kilometer erstreckte, stammt der von den Gazis eingeführte Name für diesen Gewaltritt dolas akin (Rundum Streifzug).

Als dieser gesegnete Feldzug durchgeführt und Ali Bey wieder fort war, da kamen, weil ja nun die Luft rein war, die Giaurenheere von Ungarn angerückt, setzten bei Belgrad herüber, verbrannten und zerstörten und verheerten, plünderten und brandschatzen das Gebiet von Semendire, trieben dort das Herdenvieh  weg, machten etliche Giaurendörfer dem Erdboden gleich und zogen wieder ab. 31  S. 78

Hier gibt es eine Übereinstimmung mit der nächsten Meldung von Kissling.

Im Jahr 1494 (vermutlich vor den oben beschriebenen Ereignissen), drangen einige Akinci Scharen der Mihaloglu in Ungarn ein und erschienen vor dem schwach besetzten Belgrad, aber gegen die Krain, wo Auersperg auf sie wartete, wandten sie sich nicht. Im Oktober folgte ein Rachefeldzug seitens Paul Kinizsi in dessen Zuge die Vorstädte Semendrias niedergebrannt wurden. Kurz darauf starb der Ban von Temesvar Paul Kinizsi. 17

Oruc berichtet: Der Tod des Mihaloglu Iskender Bey im Jahre 901 / 21.9.1495 – 8.9.1496

Dann starb im gleichen Jahre der  Fürst der Walachei, der verfluchte Pfaffe, und fuhr hinab ins Höllenfeuer, und an seiner Statt trat sein Sohn die Herrschaft an.

Dann verstarb der Führer der Gazis, der Vernichter der Giauren, der Sieger der Gläubigen, der Mihaloglu Iskender Bey der Gazi. Ihn, der das Land Bosnien und Ungarn und Polen und die Moldau und die Walachei und die Länder der Russen in Schrecken versetzt, so viele Glaubenkämpfe geführt und auf dem Wege Allahs, auf des Herrgotts Wege, gestritten hatte, fasste unversehens die Klaue des Todes, der Wind des Todes wehte ihn an, der Wolf des Todes schlug seine Pranke in ihn, er ging dem Drachen des Todes on die Falle, das Schicksal rollte auch seine Lebensliste zusammen, und er ging in die Barmherzigkeit Allahs des Allerhabenen ein – reiche Gnade sein ihm zuteil! In der Nacht des Sonntags, der 7. Cemaziyülevvel (23.1.1496 ein Samstag à von Samstag auf Sonntag), starb er, und man brachte den Leichnam des Verewigten und bestattete ihm in der Stadt Edirne im Imaret seines Vater Mihal (eigentlich Großvater – Gazi Mihal Bey). – Siehe, wir sind Allahs, und siehe, zu ihm kehren wir heim! 31  S. 83

 

Oruc berichtet: Anno 902 / 9.9.1496 – 29.8.1497

Dann kam auch ein Botschafter von Polen, im Monat Rebi’ülahir (7.12.1496 – 4.1.1497). Auch sein Anliegen wurde erledigt, und er reiste wieder ab.

Dann begab sich der Mihaloglu Ali Bey nach Konstantinopel und er fügte sich an die Erhabene Pforte, wo die betreffenden Angelegenheiten des Reiches und die jeweiligen Maßnahmen verhandelt wurden. Dann kam er von Konstantinopel zurück, und nachdem er in Edirne am Grab seines Bruders Iskender Bey gar viele Opfertiere, Almosen und Geschenke austeilte und arm und reich bedacht hatte, brach er auf und begab sich wieder in die Provinz Semendire.

Dann wurde der Bannerherr (Sancakbey) der Provinz Bosnien, Yahya Pasa, abgesetzt und ihm das Banner Nikopolis (Nigbolu) verliehen. Bosnien wurde Sinan dem Tänzer verliehen. Dann gab es Pest in Konstantinopel und Edirne. Dann gab es in der Nacht des 15. Cemaziyülevvel (19.1.1497) eine Mondfinsternis.  31  S. 86

Aus den zugrunde liegenden Daten ist ersichtlich, dass sich Ali Bey zwischen dem 4.1.1497 und dem 19.1.1497 am Hofe des Sultans aufhielt und dann abreiste. Nimmt man eine Reisedauer von 3 - 4 Tagen von Istanbul nach Edirne an, so verweilte Ali Bey gerade um den 23.1.1497 in Edirne. Das wäre der exakte Jahrestag des Todes seines Bruders Iskender Bey, welcher am 23.1.1496 verstorben war.

Anonymus Hanivaldanus berichtet:

Nachdem Malkocoglu Bali Bey, damals Sancakbey von Silistra, im mohammedanischen Jahre 903 (30.8.1497 – 18.8.1498) einen erfolgreichen Streifzug gegen die Russen durchgeführt hatte, bat er den Sultan um seinen erneute Erlaubnis.

Danach bat Bali Bey Sultan Bayesid um die Erlaubnis, mit einem neuerlichen Streifzug das Gebiet der Russen überfallen zu dürfen. Bayesid gewährte nicht nur sein Begehr, sondern befahl auch, dass der Mihaloglu Ali Bey mit sämtlichen Akincis von Rumeli an diesem Feldzug des Malkocoglu Bali teilnehmen solle. Der befahl also allen, sich bei ihm einzufinden.

Aber der Mihaloglu Ali Bey konnte es aus Ehrgeiz nicht verwinden, dass er dem Malkocoglu unterstellt sein und gegen seine Würde unter dessen Fahnen streiten sollte. Daher weigerte er sich nicht nur, selber an diesem Feldzug teilzunehmen, sondern hielt auch seine Truppen bei sich zurück und erlaubte ihnen nicht, mit dem Malkocoglu zu ziehen. Dessen Unternehmen wurde dadurch sehr behindert, da beträchtliche Zeit nutzlos verstrich, bis eine hinreichend große Zahl von Streitkräften zusammengebracht werden konnte.

Der Feldzug des Malkocoglu Bali Bey begann also in einer für militärische Unternehmungen ungünstigen Jahreszeit (vermutlich im November 1499). Sowohl das schlechte Wetter als auch der Feind setzten den Akinci des Bali Bey schwer zu, sodass der Streitzug in einen Fiasko endete. All dies geschah im Jahre 905 (8.8.1499 – 27.7.1500) 31 S.  217

 

Diese Chronik steht im Gegensatz zu dem unter erwähnten Bericht von Nüzhet.

Nuzhet schreibt, dass Ali Bey im Jahr 1498 mit einem Heer von 40.000 Akinci in Polen einfiel und später mit Malkocoglu Bali Bey und dessen Sohn nach Russland Feldzüge unternahm. Schließlich als er alt war und nicht mehr kämpfen konnte, zog er sich auf sein Landgut in Plewen zurück. Er starb dort im Jahre 1504 oder 1505, nachdem er mehr als 100 Jahre alt geworden war.

 

Mihaloglu Ali Bey  starb in Plewen im Jahre 1507 und wurde neben der kleinen Mesçit (Moschee), die er vorher bauen ließ, begraben.  Olesnitschky

 

Um diese Zeit kehret an der unteren Donau Ruhe ein, bis zu den Machtkämpfen des Prinzen Selim und den Thron seines Vaters Bayasid II. im Jahre 1510, zumal Anführer vom Schlage eines Mihaloglu Ali Bey, Iskender Bey oder Malkocloglu Bali Bey fehlten. Die Familie der Mihaloglu hatten in den asiatischen Kriegen viele persönliche Verluste zu verkraften, wie auch darin die besten Kräfte des Reiches zugrunde gingen.  Doch sollten bald neue Akinci Beys folgen, die die Bevölkerung der feindlichen Länder in Angst und Schrecken leben lies. 17

In den Reiseberichten des osmanischen Gelehrten Evlija Celebi (1611 – ca. 1683) wird in den Schilderungen über seine fünfte Reise wird der Badeort Aidos Ylyga, der an der Schwarzmeerküste nördlich des Golfs von Burgas liegt, beschrieben. Die dortigen Einrichtungen sollen ein „Werk Mihaloglus“ sein, wie Evlija Celebi berichtet. Leider ist dieser Vertreter der Familie nicht näher benennt. Die Stadt Silistra, in Rumänien liegt in der Nähe dieses Badeortes. Möglicherweise war es ein Mihaloglu, der dort die Position eines Sancakbey oder dergleichen innehatte. Er muss in jedem Fall vor der Zeit des Sultan Süleyman I. gelebt haben, da dieser Evlija Celebi's Aussagen zufolge sich dort von seinen rheumatischen Beschwerden kurieren lies. 15 S. 61 

Ali Bey hatte fünf Söhne mit den Namen Hasan, Ahmed, Mehmet, Hizir und Kara Mustafa. Sie waren Akinci Beys und führten viele Feldzüge. Bis auf  Kara Mustafa fielen alle im Kampf. Er setzte die Stammeslinie des Ali Bey fort. Dies schreibt Nuzhet


Hasan Bey war einer der Söhne von Ali Bey und stammt aus seiner Ehe mit Mehtap Hanim, der Tochter des Michael
Szilagyi. Er der älteste unter den Brüdern Ahmet Bey, Mehmet Bey und Hizir Bey. Wie sein Altersverhältnis zu Mustafa Bey ist nicht überliefert.

Zu Mihaloglu Hasan Bey sind mir bis jetzt nur die folgenden zwei historischen Erwähnungen bekannt.

Anonymus Hanivaldanus: Das Jahr 898 / 23.10. 1492 – 11.10.1493

Danach wurde Ya’kub Pasa der Hämling gegen das Land Bosnien ausgesandt. Als er dorthin kam, streifte er durch verschiedene Landstriche und verheerte die Felder der Christen. Da damals gerade Herbst war, entfernte er sich nicht weit von den Flüssen und Gewässern. Als Ya’kub Pasas Gefährte nahm an dem Feldzug Hasan Bey teil, der Sohn des (Mihaloglu) Ali Bey; diesem trug Ya’kub Pasa auf, auch selber das Gebiet der Christen zu überfallen und Beute zu machen.

Von Beutegier verlockt, machte sich Hasan Bey unverzüglich auf den Weg, setzte über den Fluss Kupa und sandte seine Truppen zum Plündern aus, die denn auch eine Unmenge Beute machten. Als sie dann wieder zu den Ihrigen stoßen wollten, kamen sie an jene Stelle, wo die Furt durch die Kupa führte. Da aber die Fluss in der Zwischenzeit, während sie selbst fort waren, durch mehrere Wasserläufe gespeist worden und angeschwollen war, konnte man nicht mehr über durchfurten. Sogleich hielten sie Rat und beschlossen flussaufwärts gegen das Quellgebiet hinzuziehen und dann dort den Übergang zu bewerkstelligen.

Aber in jenen Gegenden hatten die Christen die Wege mit gefällten Bäumen ungangbar gemacht und lauerten nun in den Wäldern auf die Ankunft der Türken. Hasan Bey, der also mit seinen tapferen Kampfgefährten in jene Gegenden verschlagen worden war, musste wohl oder übel die Christen angreifen. Von der Gegenseite schossen die Christen eine Unmenge von Pfeilen auf, töteten etliche und nahmen andere lebend gefangen; hoch zu Ross entkamen im ganzen nur einige wenige, die übrigen mussten dort ihre Pferde zurücklassen. Alle Streiter, die den Händen der Feinde heil entronnen waren, sammelten sich wieder um Hasan Bey.

Die Christen aber, die diese geschlagen hatten, meldeten den Ihrigen, die bereits vorher zu einem Angriff auf die Türken zusammengezogen worden waren, dass die Türken schon von ihnen selber aufs Haupt geschlagen und bis aus auf einen geringen Rest vernichtet worden seien; diesen mögen nun sie aufreiben und niemanden entkommen lassen. Da verbarg denn der Ban Kiraloglu (so nannten die Türken Johannes Corvinus, den leiblichen Sohn des kürzlich verstorbenen ungarischen Königs Matthias Corvinus) seine aufgebotene Streitmacht an einem versteckten Ort und passte auf das Eintreffen des Restes des türkischen Heeres.

Als nun die Türken in die Gegend des Hinterhalts gekommen waren, wurden sie von den aus ihrem Versteck hervorbrechenden Christen umzingelt und abgefangen. Was vermochten sie denn gegen den frischen, wohlbewaffneten Feind schon auszurichten – von all den Anstrengungen erschöpft, wie sie waren ohne Waffen und Pferde und bereits vorher einmal von den Christen geschlagen? So konnte den alleine Hasan Bey, Ali Beys Sohn, mit 2 oder 3 Gefährten flüchtend in die Bergschluchten sich zurückziehen, drang von Wald zu Wald und von Berg zu Berg weiter und entkam schließlich unversehrt den Händen der Feinde. Alle übrigen wurden von den Christen gefangen genommen, im mohammedanischen Jahr 898 / 23.10. 1492 – 11.10.1493

Im nächsten Frühling (vermutlich 1493) zog Ya’kup Pasa, der Bey von Bosnien, los um die Untaten der Christen aus dem letzten Jahr zu rächen und diese zu züchtigen. Bei diesem Feldzug wurden die Christen vernichtend geschlagen. 31 S. 209ff

Diese Erwähung Hasan Beys ist wichtig im Zusammenhang mit den Kriegsereignissen der Jahre 1492 und 1493, siehe oben im Text.
 

Anonymus Hanivaldanus: über das Monat Rebi’ülahir des Jahres 908 (4.10. – 1.11.1502)

Aus Ungarn kamen 1.000 oder 2.000 Giauren, und als sie das Land unbewacht fanden, streiften sie herein und verheerten und verbrannten die Umgegend. Aus Furcht vor ihnen holten die Beys von Rumeli im Monat Rebi’ülahir (4.10. – 1.11.1502) aus den Ländern und den Städten und aus der Stadt Edirne mit Gewalt den Mihaloglu und die Akinci hin, und denen wurde also der (Mihaloglu) Ali Bey Sohn, Hasan Bey, beigegeben.

Sie zogen also aus, brachten aber nichts zustande. Sie pressten dem Volk als Ablöse (nämlich von der Pflicht, für das Heer Quartiere und Lebensmittel bereitzustellen) viel Geld ab, und wo sie hinkamen, hausten sie wie der ärgste Feind, wimmelten sie wie die Ameisen,, sudelten sie wie die Krähen, tobten sie wie der Sturmwind, brachen sie hernieder wie der Regen, schlugen sie drein wie der Hagel und verzogen sich wieder wie die Wolken.

Und ohne, dass etwas erreicht worden wäre, kamen sie wieder zurück: Nur den Muslims war Schande geschehen. Einen solchen Feldzug nennten die Gazis den „schmählichen Feldzug“.

Vermutlich empfand das Volk den Aufenthalt der Akinci so schlimm, da sich die Krieger selber verpflegen mussten, nachdem sich die Ortsansässigen von der Pflicht die Truppen Hasan Beys versorgen zu müssen (s.o.), freigekauft hatten.  Seite 152f

 

 

Ahmet Bey, war angeblich ein Dichter. Eines seiner Gedichte wird in der Revan Bibliothek im Topkapi Palast aufbewahrt. Es wird weiters berichtet, dass seine Mutter dem Hause Savoyen zugehörig sein, wie Paolo di Giovio und Yasar Gökcek berichten. (s.u.)

Mehmet Bey 
Im Jahre 1510 begannen sie die Osmanen, die mit den Häusern der Evrenosoglu in Thessalien, Malkocoglu und Mihaloglu in Bosnien, Serbien und an der walachischen Grenze vertreten waren, wieder lebhaften zu betätigen. Der junge Vlad, Vladut, ein Bruder des Radu wird durch die Türken gestützt im Jahre 1511 auf kurz Zeit Herrscher der Walachei. Am 23.1.1512 wird Vladut durch die ihm feindliche Bojarenpartei der Neagoes (Craiovescu?) verraten und von den Akinci, die unter ihrem Anführer Mihaloglu Mehmet Bey von Vidin aus in der Walachei eingefallen waren, bei Oltlande aufgegriffen und ermordet. Vladut, hat seinerseite Verrat an seinem Packt mit den Türken begannen indem er dem ungarischen König Treue schwor. (s.u.) 17

In der rumänischen Geschichtsschreibung wird Mihaloglu Mehmet Bey in Verbindung mit dem "Brief von Neacsu von Campalung" erwähnt (s.o.).   
 

Mihaloglu Mehmet Bey begleitete den streitbaren und ruhmreichen Yavuz Sultan Selim I auf seinem Feldzug nach Persien im Jahre 1514. Die feindlichen Armeen trafen in einer Tiefebene aufeinander und der persische Heerführer, Schah Ismail, erblickte die Krieger des Mihaloglu Mehmed Bey mit roten Fahnen und den Rest des osmanischen Heeres. Daraufhin fragte er einen gefangenen Osmanen, wem diese Soldaten, die den Berg wie ein Blutfluss herabströmen, unterstellt sind. Der Gefangene antwortete: "Dies ist die Reiterei aus Nigbolu (Nikopolis) und sie wird von Mihaloglu Mehmed Bey befehligt." In der Schlacht bei Caldiran wurde das Heer der Perser vernichtend geschlagen und Schah Ismail konnte verwundet fliehen.

Im Jahre 1516 unternahm Sultan Selim I einen neuen Feldzug gegen die Perser, doch erfuhr er dass die Mamluken aus Ägypten und Syrien unterwegs waren um Schah Ismail zu helfen. So führte Sultan Selim einen Kriegszug gegen die Mamluken. Die beiden Heere trafen bei Aleppo aufeinander und die Ägypter wurden vernichtend geschlagen und ihr Sultan Kansuh al-Ghuri getötet. Im Jänner 1517 wurde nach einigen weitern Schlachten Kairo eingenommen. Vor Alexandria erschien noch im Winter eine in Istanbul eilig zusammengestellte starke Flotte mit 2.000 Janitscharen und vielen Asapen unter dem Befehl der Sancakbey von Aladscha Hisar und Mehmet Bey, eines Sohnes des Iskender Bey, aus dem Geschlecht der Mihaloglu und die große Handelsstadt ergab sich ohne Zögern. 17

Es ist möglich, dass Mehmet Bey ein Sohn Iskender Beys war, doch ist es viel wahrscheinlicher, dass es sich hierbei um Mihaloglu Ali Beys Sohn, Mehmet Bey,  handelt. 

Unter Kanuni Sultan Süleyman nahm er am Kampf um Belgrad teil. Im Jahre 1521 unternahm er Streifzüge gegen  Erdel und die Stadt Temesvár in Siebenbürgen. Olesnitschky

Der Sultan war schon im Mai des Jahre 1521 von Istanbul aus aufgebrochen. Im Juni und Juli  erwarteten die Siebenbürger einen Einfall der Osmanen, die unter Mehmet Bey, dem Sohn Mihaloglu Ali Beys, und vier weiterer Beys an der Donau standen. Problemlos wurden Sabac und Semlin eingenommen, und die Stadt Belgrad war nicht auf eine lange Belagerung eingestellt. Während Piri Pasa gegen Belgrad zog, verheerten Behram Bey von Nikopolis und Mihaloglu Mehmet Bey von Silistria an der Spitze der Akinci die syrmische Insel und nahmen den Führer der ungarischen Martolos (leichte Reiterei), Deli Marco, der einen Verwandten des tatarischen Khan getötet hatte, gefangen. Turakanoglu Hassan Bey und Yahya Pasaoglu Bali Bey zogen in eine andere Richtung machten viel Beute. Den Ungarn war es unmöglich ein ordentliches Heer aufzustellen, nicht zuletzt dadurch dass ihr König krank war und ihre christlichen Verbündeten keine Truppen schickten. In einem großen Sturmangriff wurde Belgrad am 8.8. erobert doch konnten sich Truppen in das Schloss zurückziehen und leisteten erfolgreich bis 29.8.1521 Widerstand. 17 

Noch im September des selben Jahres 1521, verstarb Fürst Neagroe Besarab, der von Sultans Gnaden in der Walachei herrschte. Er hinterließ einen unmündigen Sohn, Mihaloglu Mehmet Bey wurde mit der Regelung der Erbschaft vom Sultan beauftragt. Preda der Bruder des Neagroe und Vormund für dessen unmündigen Sohn Teodosie fällt im Oktober im Kampf mit den Bojaren von Buzau, die ihren neuen Fürsten Vlad Voievod (Dragomir Calugarul) einsetzen wollen, und Mihaloglu Mehmet Bey wird Herr des Landes. Er erscheint mit einem Heer, tötet Vlad Voievod und macht sogleich einen Streifzug mit den Rumänen gegen Siebenbürgen ins Szeklerland. Die aufrührerischen Bojaren der östlichen Walachei riefen daraufhin Radu zum neuen Voivoden aus. Mehmet Bey schickte den Fürsten Teodosie zu seiner eigenen Sicherheit mit 32 Geschützen nach Nikopolis. 17

Das ganze folgende Jahr 1522 dauerte der Kampf zwischen Mehmet Bey und Radu um das walachische Fürstentum an. Auf dem Grabmal des Mihaloglu Mehmet Bey, auf dem er gekrönt und beritten, mit dem Buzdugan in der Hand und dem im Winde fliegenden Mantel dargestellt ist, spricht von Siegen und Niederlagen bei Gubavi, bei Stefani am Flusse Neajlov (nahe der Donau), bei Clejani, Ciocanesti (Nahe Bukarest und Tirgoviste), am Flusse Argesel im Norden, beim Dorfe Plata und bei Alimanesti im Distrikt Teleorman in der Nähe des Oltflusses. Mihaloglu Mehmet Bey drängte Radu noch im Winter von der Donau bis zu den Karpatenpässen zurück doch suchte der Geschlagene in Siebenbürgen Schutz. Im folgenden Jahr 1523 kam Radu mit Hilfstruppen aus Siebenbürgen zurück und konnte Mehmet Bey bei Grumanzi schlagen und bis Nikopolis vordringen. Doch wurde er bei Gherghita, Bukarest und im Westen bei Slatina seitens Mehmet Bey geschlagen. Radu musste erneut über die Karpaten nach Siebenbürgen fliehen. Nun schaltete sich der mächtige Voivode Jan Zapolya ein und besiegt Mehmet Bey bei Pitesti sodass dieser das Land verlassen muss. 17

Doch schon im Winter 1523 sind die Türken mit ihren Verbündeten den walachischen Bojaren wieder die Herren der Walachei und Radu muss erneut fliehen und kehrt wiederum zurück. Die Hohe Pforte unter Sultan Süleyman I. verzichtet endgültig darauf Mehmet Bey als Statthalter der Walachei aufzuzwingen und gibt sich mit dem türkenfreundlichen Vladislav als Fürsten zufrieden. Doch geht die Anarchie in diesem Lande weiter und Vladislav und Radu streiten sich weiter um den Fürstentitel. Schließlich werden beide nach Istanbul zum Sultan zitiert und Radu als rechtmäßiger Voivode der Walachei anerkannt. Der Streit wir erst 1525 mit dem Tod Vladislavs endgültig aus der Welt geschafft.  17  siehe auch "Brief von Neacsu von Campalung"

Im Jahre 1517 wurde Mihaloglu Mehmet Bey Sancakbey von Bosnien und im Jahre 1520 Sancakbey der Herzegowina (türk. Hersek), wo er möglicherweise mit Unterbrechungen bis zumindest 1524 (s.u) Verwalter blieb. 

Der vierte Sancakbey im balkanischen Westen, der die Herzegowina (türk. Hersek) verwaltete und in Castelnuevo (Novi - vermutlich Sarajewo) residierte, bekundete wie die anderen keine Feindseligkeit gegen die dalmatinischen Provinzen Venedigs. 1524 lies sich der Inhaber dieser Würde, der ruhmreiche Herr Mehmet Bey Mihaloglu (Michalbegowitsch) - ein Mihaloglu in slawischer Kleidung - Sancakbey der Länder und des Staates Hersek nennen. 17 

Sultan Süleyman I. brach am 23.4.1526 von Istanbul auf und wandte sich mit einem gewaltigen Heer nach Ungarn um es zu erobern. Das schlechte Wetter um das Hochwasser der Morawa zwangen das Heer über Aladscha Hisar zu gehen. Am 6.7. trafen die bosnischen und herzegowinischen Sancaks mit den kühnsten der Akinci bei Semlin ein. Bei Szalankeman überschritten die Osmanen die Donau und konnte auch Peterwardein ohne große Gegenwehr eingenommen werden. Die Bosnier und die Truppen des Mihaloglu Mehmet Bey eilten mit schnellem Ritte voraus und nutzen die Zeit für Plünderungen aus. Ofen (Budapest) die Hauptstadt des ungarischen Reiches galt als Ziel des Kriegszuges. Auf dem Weg dorthin ergaben sich viel Burgen und der ungarische König Ludwig wurde in der Schlacht von Mohacs vernichtend geschlagen und dabei getötet. Am 11.9. 1526 stand das Heer Sultan Süleyman in Ofen, doch brach unter der gewaltigen Last die Brücke zusammen und der Nachtrab unter Mihaloglu Mehmet Bey, Gazi Hüsrev Bey und Ömerbeyoglu setzten mit Kähnen über. 17

Mehmet Bey kämpfte ebenfalls gegen die Österreicher in den Jahren 1529 und 1532. Dies wird von Olesnitschky überliefert.

 

Der Feldzug gegen die Österreicher 1529:

Hinsichtlich der Lehenstruppen (Sipahi), der Akinci  und  der Asapen gab es nur sehr vage Angaben über die jeweiligen Führer und diese Unterlagen variieren je nach den aktuellen Wünschen erheblich.  Dies ist ein Problem das im folgenden zu Tragen kommt.

Statt ein Friedensangebot der Österreicher anzunehmen, sandte der Sultan die Serben unter dem Bey von Semendria (vermutlich Mihaloglu Mehmet Bey s.u.) auf das Herzogtum Österreich los, damit sie dasselbe als Akinci nach Belieben rauben und plündern konnten, was sie mit bestem Erfolg taten. Sultan Süleymans Kriegstagebuch / 17

Unter Mihaloglu Mehmet Bey, der sich als "Verwandten des Herzogs von Savoyen und des Königs von Frankreich von  weiblicher Seite her"  ausgab (dies schreibt Giovio), ritten die Akinci bis tief ins Innere Österreich und die benachbarten Provinzen König Ferdinands hin.  17  

Vermutlich dies berichtet N. Jorga falsch, denn aus dem selben Werk von di Giovio wird des öfteren zitiert, dass es Mihalolgu Ahmet Beys Mutter sein die familiäre Bande zum Hause Savoyen habe. (s.o)

Mihaloglu Mehmet Bey vielmehr war der Sohn eine Edeldame namens, Selimsah Hatun bint Abdullah.

 

Am 11 und 12. 9 überschritten die Akinci in mehreren Stosstrupps die Reichgrenzen und fielen in des schutzlose Habsburgerland ein. Bald drauf folgte die eigentliche Vorhut in Form der Lehnsreiterei aus Semendria unter der Führung ihres Alaybeys  (Reiterkommandant) (s.u). 13

Es handelt sich unter Betrachtung der folgenden Berichte um Mihaloglu Mehmet Bey.

Im Herbst 1529, als Tage und Nächte gleich lang waren und schwere Gewittern niedergingen, erreichten die ersten Streifscharen unter der Führung eines Mihaloglu Wien. Bei den ersten Gefechten wurden Christoph Zedlitz, der Fahnenträger von Graf Johann von Hardegg und sechs Ritter von jenem Mihaloglu gefangen genommen. Sie wurden vor Sultan Süleyman geführt und mussten ihm Auskunft über die Truppenstärke der Wiener geben, einige wurden hingerichtet doch wurde Christoph Zedlic am Ende er Belagerung freigelassen.

Am 21.9 standen bereits 20.000 Akinci im Raum Fischamend und knapp dahinter die Vorhut Sultan Süleymans. 3

Am Mittwoch dem 22.9 um 9:00 in der Früh rennen etliche tausend von Mihaloglus (aber welcher?) Scharen gegen die Stadt Wien an, können aber problemlos zurückgeworfen werden. 3

G. Dürigl berichtet über das selbe Ereignis (s.o) und fügt hinzu, dass das Gefecht  am 23.9. stattgefunden hat. Johann von Hardegg ist mit 500 schweren Reitern zur Erkundung losgezogen und traf bei St. Marx auf ein Geschwader von Sipahi unter dem Befehl von Mehmet Bey (oft auch als Muhammed Bey bezeichnet). Er erleidet von dem Kloster St. Nikolaus eine Niederlage. Der Fähnrich Christoph Zedlitz wird gefangen genommen und die osmanische Vorhut setzt sich bei St. Marx fest. 3

H. Miksch schreibt über diesen Vorfall, dass Johann von Hardegg mit 500 Reitern von Stubentor aus gen Osten ritt und am Kloster St. Nikolaus auf einen Verband Akinci stieß, dann er sofort angriff. Die Osmanen ließen sich aber nicht auf einen Kampf ein und flohen, Hardegg verfolgte sie und prallte keine 1000 Meter weiter auf die Lehensreiterei aus Semendria, die die eigentliche Vorhut der Türken bildete. Ihr Kommandant der Alaybey Mehmet Bey vernichtete die Reiter Hardeggs nahm seinen Fähnrich gefangen und zerstörte das Spital bei St. Marx und tötete die er dort antraf. 13

Unter Betrachtung der letzten  Berichte handelt es sich fast mit Sicherheit um Mihaloglu Mehmet Bey den Sancakbey vom Semendria. Warum er jedoch als Befehlshaber der Sipahi angeführt wird ist unklar, zumal er doch Anführer der Akinci sein sollte.

War Mihaloglu Mehmet Bey Anführer der Sipahi, wer war dann Befehlshaber der Akinci ?!

Bei Hietzing und St.Veit ließ sich der gefürchtete Akinci Führer Mihaloglu Pasa nieder. 1

Es handelte sich vermutlich zum Mihaloglu Mehmet Bey.
 

Am 27.9 schließt Kasim Voivoda (oder auch Kasim Bey) mit seinen Martolosen (den Akinci ähnliche Truppen) und Nassadisten die Donaufront. Die Brücken über den Fluss und der Tabor werden in Brand gesteckt und ein Ausfall von etwa 3.000 Wienern wird zurückgeschlagen. Die Osmanische Donauflotte bezieht bei Nussdorf ihr Standlager. Es kommt in weiterem Verlauf der Belagerung Wiens auch zu Kämpfen an der Donaufront.  3

Hierbei dürfte es sich um Mihaloglu Kasim Bey ( s.u. Jahr1532) gehandelt haben, da er bei etlichen Autoren als Kommandant der Belagerungstruppen der Donaufront gilt.

Der Abzug des gewaltigen osmanischen Heeres am 15.10 musste gut vorbereitet werden. Die Donauflotille die stromaufwärts bei Nussdorf vor Anker gelegen war, war seit den frühen Morgenstunden damit beschäftigt Kasim Beys Akinci auf das nördliche Donauufer überzusetzen und fuhr später am Tag an der Stadt Wien vorbei donauabwärts. Mit einem großen Raubzug nördlich der Donau sollte der geradezu legendäre Kasim Bey mit seinen Akinci die habsburgische leichte Reiterei über die Donau nachziehen, um sie von der Verfolgung des abziehenden Hauptheeres abzuhalten. 13

Die Sipahi unter Mehmet Bey (oft auch als Muhammed Bey bezeichnet) die Nachhut für das abziehende Heer bildeten, fügten den Landknechten die auf Beutesuche im verlassenen osmanischen Lager waren, schwere Verluste zu. 4 

 

Im Jahre 1530 brachen in der Walachei nach der Ermordung Fürst Radus wieder Erbstreitigkeiten aus. Die Bojaren wollten als neuen Voivoden der Walachei, eine Sohn des Neagoes einsetzten, doch wollten die Donaubeys, Moise, den Sohn des vorherigen Interimsregenten Vladislav, einsetzten. Dieser aber wurde von den Donaubeys nach Siebenbürgen verjagt, nachdem er viele seine bojarischen Mitbürger hatte hinrichten lassen. Im Juni folgte der den Türken gefügige Vlad als Fürst. Der Sachse Mark Pemflinger kam aus Siebenbürgen und besiegte Vlad noch ehe die Osmanen zu Hilfe kommen konnten. Friedensverhandlungen scheiterten und im August brach Majlath, der Führer der siebenbürgischen Anhänger Ferdinands, Kasper Horvath und die Pirvulesti aus Hermannstadt (Sibiu) mit einem Heer auf um Moise zu seinem Thron zu verhelfen. Die Streitmacht drang längs des Olt bis gegen die Donau vor doch wurden die Feinde bei Viisoara geschlagen, Moise getötet und ihr Führer Majlath von den Osmanen gefangen genommen. Mit Mihaloglu Mehmet Bey, als dem ersten unter den Donaubeys, vereint, gelangte Vlad bis zu den siebenbürgischen Pässen und überschritt diese. Majlath, nunmehr ein Kämpfer für die Sache Johann Zapolyas und der Osmanen begleitet sie. Kronstadt (Brasov) und Hermannstadt (Sibiu) wurden von den Truppen der Mihaloglu und der Rumänen heimgesucht. Die Türken unter dem Bey von Semendria (vermutlich handelte es sich um Yahya Pasaoglu Mehmet Bey) fielen von Johann Zapolya gerufen im österreichischen Teil Ungarns ein und machten reichlich Beute. 17

Das Osmanische Heer, dass im Jahr 1532 am Weg durch Ungarn war, schritt über Budin (Budapest) in den Nordosten fort. Alle Burgen und Befestigungen auf dieser Strecke ergaben sich kampflos. Die Anführer der Akinci Streitkräfte waren Mihaloglu Mehmet Bey mit 50.000 Kriegern und der Enkel des Sultan Bayesid II.,  der Bey von Bosnien, Gazi Hüsrev Bey, mit 10.000 Streiter der Abteilung der Deli (ähnlich den Akinci). Sie stießen zum Hauptheer dazu. Sultan Süleyman hielt sich lange mit der Eroberung der Festung von Güns auf, wollte aber eigentlich eine Entscheidungsschlacht mit den habsburgischen Kaiser Karl V. und seinem Bruder König Ferdinand III. anzettelt. Um den Kaiser der sich in Linz aufhielt auf das freie Feld zu locken schickte er Akinci los. Ihre Kommendanten waren Mihaloglu Mehmet Bey und Kasim Bey, Yahya Pasaoglu Mehmet Bey und Gazi Hüsrev Bey. Unter der Führung von Kasim Bey zogen 11.000 Akinci bis in die Nähe von Wien nach Baden. Als sich der Sultan nach der Eroberung von Güns über die Steiermark nach Süden wandte, mussten sich auch Kasim Beys Akinci zurückziehen Am Rückweg wurden sie aber von Feinden eingekreist und fast alle fielen im Kampf darunter auch Kasim Bey. Die Waffen und der Helm Kasim Beys wurden als große Trophäe zu Karl gesandt. 24 S. 334

 

Nach der Eroberung Ungarns waren Mihaloglu Hizir Bey und Kasim Bey Kommandanten der Festungen von Szegedin (s.u.)und Temesvar gewesen waren. 24 S. 573

Aus diesen Berichten  ist nicht ersichtlich, wessen Abstammung Kasim Bey war. Möglicherweise war er ein Sohn Mehmet Beys?!

 

Eroberung von Pecs und anderen ungarischen Städten:

Mehmet Sokullu, der Gouverneur von Bosnien, wurde mit diesem großen Feldzug beauftragt. Mihaloglu Ali Bey schloss sich mit seinen Akinci der mächtigen Streitmacht an. Am 7. September 1551 überquerte Sokullu, mit etwa 80.000 Soldaten und 50 Kanonen die Donau und Theiß und eroberte am 18. September die Festung Pecs, am 21. die Stadt Beçkerek und noch etwa ein Dutzend andere Burgen und Festungen. 25
 
Dieser Mihaloglu Ali Bey war vermutlich ein Enkelsohn des berühmten Ali Bey aus dem 15. Jahrhundert.
 
Angriff der Ungarn auf
Szigetvàr (Szeged):

Michael Toth versuchte in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 1552 mit 50.000 ungarisch - habsburgischen Infanteristen die Festung Szeged von den Osmanen zurückzuerobern. Mihaloglu Hizir Bey, der Sancakbey von Szeged, verschanzte sich anfangs in der Burg, machte später einen Ausfallsangriff mit seinen Soldaten und drängte die Ungarn zurück.

Als die Feinde sich in den Weinkellern vor der Stadt labten, schickte Hizir Bey eine Nachricht mit einer Brieftaube zum Beylerbey von Budin. Dieser kam mit dem Sancakbey von Semendria zu Hilfe. Sie besiegten die Ungarn und ihr Kommandant Michael Toth konnte sich mit Mühe schwimmend über die Theiß retten. 25             

Uzuncarsili gib über dieses Ereignis noch einige Zusatzinformationen; Nachdem sich der Großwesir Sokollu Mehmet Pasa zurückgezogen hatte nützte das Habsburgische Heer die Situation, marschiert über Erdel (Siebenbürgen) und nimmt die Stadt Lipova, welche im Nordosten von Temesvar liegt, ein. Dann zieht das Heer von der Habsburgfreundlichen Bevölkerung Szegeds, zur Hilfe gerufen, dorthin. Während der Belagerung verschanzt sich der Sancakbey von Szeged, Mihaloglu Hizir Bey, in der inneren Burg. Er benachrichtigt den Beylerbey Budin, Hadim Ali Pasa, über die Situation. Dieser kommt mit einem Heer und besiegt die Feinde. Die Nachricht über den Sieg wird den Osmanischen Truppen die gerade im Begriff sind die Donau zu über schreiten mitgeteilt. 10 S. 342

 

Die Vorbereitungen zu Süleymans Feldzug gegen Szigetvàr (Szeged) 1566: 

Der Befehl 1277 des Befehlstagebuch, mühimme defterleri, ist an Mustafa Bey einen Kommandanten der Akincis gerichtete. Es wird ihm aufgetragen, dafür zu sorgen dass alle Akinci auch zum bevorstehenden Feldzug gegen Szigetvàr erscheinen, da einige Reiter unter diversen Vorwänden versuchen der Teilnahme zu entgehen. Die beiden Truppenkontingente der Akinci werden in den Einträgen im mühimme defterleri nach ihren damaligen Führern als turhanluya tabi und mihalluya tabi bezeichnet. In diesem Fall die Kontingente der Turhanoglullari und der Mihalogullari. Befehle dieser Art wurden bereits ein halbes Jahr vor Auszug des Heeres aus Istanbul unter der Führung des Sultans ausgesandt. 12 S.34

Ob es sich bei diesem Akinci Bey möglicherweise Mihaloglu Kara Mustafa Bey, einem Sohn Gazi Ali Beys, handelt ist nicht ersichtlich. à Stammbaum. Sollte Kara Mustafa Bey relativ kurz vor dem Tode seines Vaters im Jahre 1507 geboren worden sein, dürfte er zur Zeit des Feldzugs ungefähr 60-65 Jahre alt gewesen sein.

 

Mihaloglu Koca Hizir Pasa im Felzug des Jahre 1620 gegen die Polen:

Es ist nicht ganz geklärt ob der Feldzug im Jahre 1620 (islam ansiklopedisi und Hammer-Purgstall) oder 1622 (Sicilli osmani) statt gefunden hat.

In den Berichten über den Feldzug gegen die Polen im Jahre 1620 wird Mihaloglu Koca Hizir Pasa als Anführer der Akinci Truppen beschrieben. Er dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits ein älterer Mann gewesen sein, dies lässt sich aus dem Beinamen "Koca" ableiten. Es bedeutet so viel wie "Der Alte" oder "Der Erfahrene" und ist ein Beiname, den man nur einem alten "Haudegen" verliehen hätte.

Der Feldzug fand unter dem Oberfehl des Iskender Pasa; weiters waren der Rumeli Beylerbeyi Yusuf Pasa, der Sancakbey von Nigbolu Tiryaki Mehmed Pasa, der Sancakbey von Vidin Mihaloglu Koca Hizir Pasa und der Han der Krim Canibey Giray an dem Feldzug beteiligt. Unter den Truppen der Krim-Tataren befanden sich auch Kontingente von Canibeys Bruder Devlet Giray und Mirza Kantemir. In einem Überraschungsangriff griff Koca Hizir Pasa die Polen verwegen an, konnte sie jedoch nicht in die Flucht schlagen. Die Truppen Hizir Pasas kamen in Bedrängnis und konnten sich nur mit Mühe halten. Da griff  Tiryaki Mehmed Pasa mit 500 Kämpfern ein und kam Koca Hizir Pasa zur Hilfe und befreite ihm aus seiner misslichen Lage. Am 20. September 1620 entbrannte ein schwerer Kampf. Koca Hizir Pasa und Hüseyin Pasa bildeten erneut die Vorhut. Die Krim-Tataren ignorierten Iskender Pasas Befehl die Nachhut zu übernehmen und wandten sich zusammen mit den Truppen von Tiryaki Mehmed Pasa, Hüseyin Pasa und Mihaloglu Hizir Pasa zum Angriff. In einem Frontangriff auf das Zentrum der polischen Truppen konnten die Osmanen 2000 Feinde töten. Dem Feldherrn der Polen Graziani gelang die Flucht, doch etliche seiner Kommandanten wurden von Türken gefasst wodurch es zu Lösegeldverhandlung kam. Trotz allem fochten die Heere in der Folgezeit weiter, bis es am 7. Oktober 1620 zu einem weiteren Aufeinandertreffen an der Ufern des Flusses Dnjester kam. Die Polen wurden auch bei dieser Schlacht entscheidend geschlagen, zusätzlich wurde den Türken das abgetrennte Haupt des geflohenen polnischen Feldherrn Graziani übergeben. Auf diese Weise wurde das Heer der Polen aufgerieben und der Feldzug zu einem großem Erfolg der Osmanen.

Leider ist es nicht ersichtlich, wo Koca Hizir Pasa seinen Platz im Familienstammbaum findet. Trotz er Behauptungen einiger Historiker, dürfte es sich bei Hizir Pasa nicht um einen Sohn Mihaloglu Ali Beys handeln. Jener Hizir Pasa wird im Zuge der Kampfhandlungen um Szigetvar im Jahre 1552 geführt. Such wenn er im Jahre 1552 im jungen Alter von 20 zu Felde gezogen sein sollte, wäre er im Jahre 1620 ungefähr 90 Jahre alt gewesen - Es erscheint doch recht unwahrscheinlich in diesem Alter noch an einem Feldzug teilzunehmen.

Wahrscheinlicher handelt es sich bei Koca Hizir Pasa um denen Nachkommen vom Mihaloglu Mehmed Bey, einem Sohn Ali Beys. Auch in diesem Fall wäre Koca Hizir in hohem Alter zu Felde gezogen, jedoch war er bestimmt deutlich jünger als im oben beschrieben Fall.

Einen Abstammung Koca Hizir Pasas von der Amasya-Linie der Familie gilt meiner Meinung nach als eher unwahrscheinlich. 

Koca Hizir Pasa hatte das Amt des Kapicibasi (oberster Pfortenwächter im Palast) inne und bekleidete ebenfalls die Würde des Beylerbeyi. In dieser Position war er Gouvaneur der Provinzen Vidin und Silistre. Er verstarb in hohem Alten in den Jahren nach dem Feldzug gegen die Polen 1620 oder 1622.

Die letzten geschichtlichen Schilderungen über die Mihaloglus in der mir zur Verfügung stehenden Literatur stammen aus den Jahren 1551, 1552, 1566 und 1620. Vermutlich zogen sich meine Vorfahren zu dieser Zeit aus dem Kampfgeschehen zurück. Sie lebten in den jeweiligen Provinzen, auf ihren Besitztümern oder im Palast des Sultans als hohe Staatsbeamte und Würdenträger.

Die Geschichte der altosmanischen Adelsgeschlechter, wie der Malkocoglu, Evrenosoglu, Mihaloglu, Timurtasoglu, Turachanoglu und Qarlizadeler ist leider nur wenig bekannt, da widersprüchliche und zusammenhanglose Nachrichten die Untersuchungen ungemein erschweren.

Der Grund dafür muss wohl vor allem darin gesucht werden, dass die frühosmanischen Geschichtsquellen kaum mehr als Namen nennen und dies auch nur dann, wenn sich die betreffende Person im Kampf um die Mehrung des Reiches hervorgetan hat. Gemessen an Ruhm und Glanz den diese Familien im Reich einst innehatten, ist es verwunderlich, dass ihr Ansehen kaum bei einer über das 16. Jahrhundert hinaus reicht. Einige dieser Familie schienen echte Hauschroniken in ihrem Besitz gehabt zu haben, von denen jedoch keinen bis zum heutigen Tag erhalten blieb. Die Nachfahren saßen im Überfluss auf ihren Gütern, die ihren Ahnen einstmals vom Sultan als erblicher Besitz verliehen worden waren.

Im Jahre 1533 waren lediglich die Mihaloglu und Malkocoglu durch hohe Verwaltungsvertreter im Dienst des Sultans vertreten, während die Evrenosoglu offenbar keine Staatsämter mehr innehatten, sondern auf ihren Gütern in der thessalischen Grenzmark hausten. 16 S. 355 – 369

In den Reiseberichten des osmanischen Gelehrten Evlija Celebi (1611 – ca. 1683) wird in den Schilderungen über seine zweite Reise über die Stadt Ihtiman berichtet. Sie befindet sich auf der Heerestrasse nach Sofia in Bulgarien und ist zu seiner Zeit Bestandteil eines Großlehens der Jörükenbeys. Es wird über die diversen Bauten und Staatsbeamten in der Stadt berichtet. Evlija Celebi schreibt, dass der  Jörükenbeys ein Angehöriger der Mihaloglu Familie sei und dass alle überschüssig erwirtschafteten Erträge ihm zustehen.  15  S. 49                                                                                                                                                                 

Dies ist ein Beweis dafür, dass die Mihaloglu auch noch nach 1650 Lehen und hohe Positionen innehatten.

Der Stammbaum vom heutigen Tage an rückwärts, ist bis zu meinem Ururur Großvater Mihaloglu Ali Fazil Bey verfolgbar. Es ist mir bis jetzt jedoch noch nicht gelungen diesen Teil der Familien den 3 Familienstämme der Mihaloglu zuzuordnen. Vermutlich dürften wir entweder dem Stamm des Aziz Pasa (Tirnova - Stamm) oder dem des Balta Bey (Ihtiman - Stamm) angehören.

Einer seiner Söhne war mein Ururgroßvater Mihaloglu Cemil Pasa. Er war "Pasa für das Hofzeremoniell" am Palast und der letzte im Dienste des Sultans stehende Mihaloglu vor der Gründung der Republik im Jahre 1923. Cemil Pasa verstarb bald nach der Abschaffung des Sultanats.  Er war mit einer Frau namens Caviden Hanim verheiratet. Im Zuge der Reformen des Zivilrechts zu Zeiten Atatürks wurde der Familienname Harmankaya angenommen.

Cemil Pasa hatte 3 Brüder, von deren Namen einer noch nicht bekannt ist.

Mihaloglu Mehmet Nüzhet Pasa war einer seiner Brüder. Er war Statthalter (Kaymakam) der Provinzhauptstadt Adapazari, welche am östlichen Ende es Maramara Meers liegt.  Er verfasste und veröffentlichte im Mai 1897 im ein Werk über die Familiengeschichte genannt, Ahval-i al-i Gazi Mihal, auf osmanisch in arabischer Schrift. Es war mir leider noch nicht möglich dieses zu übersetzten, doch erwarte ich mir interessante neue Erkenntnisse aus diesem Schriftstück.

Mihaloglu Ismail Hakki Bey, auch ein Bruder Cemil Pasas, viel während des 1. Weltkrieges in Damaskus. Leider ist über ihn bis jetzt nichts weiters bekannt.

 


 
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